von Peter Ortinau

Bei den inzwischen traditionell in Willingen ausgetragenen Deutschen Jugendmeisterschaften waren in der U14 wieder zwei FTV-Spieler am Start: Bennet Hagner konnte sich als Nummer 3 der Setzliste durchaus Hoffnungen auf eine vordere Platzierung machen, Lucas Foerster-Yialamas war hingegen nur die Nummer 16 der nach DWZ aufgestellten Startrangliste. Wer die Berichterstattung live verfolgt hat wird allerdings gesehen haben, dass die Kommentatoren ausschließlich die Top-Gesetzten Leonardo Costa und FM Marius Deuer auf dem Schirm hatten.

Dabei hätte doch klar sein müssen, dass Lucas gerade zur Deutschen Meisterschaft immer zur Hochform aufläuft: 2019 hatte er sich den Meistertitel in der U12 gesichert, wohlgemerkt vor Leonardo Costa. Und 2018 hatte Bennet in der U10 gewonnen, vor Marius Deuer.

Aber 2021 ist nun mal 2021. Bennet spielte ein sehr solides Turnier, hin und wieder leider vielleicht etwas zu solide, um ganz nach vorne zu kommen. Denn seine Gegner versuchten in der Regel alle Risiken zu vermeiden, vor allem mit den schwarzen Steinen. Und so kam Bennet am Ende ein paar mal zu häufig nicht über ein Remis hinaus. Nach neun Runden hieß das am Ende 3 Siege, 6 Remis, keine Niederlage(!) und damit ein geteilter 4. Platz, auch wenn die Buchholz daraus einen unglücklichen 7. Rang macht. Damit war Bennet sicherlich nicht ganz zufrieden, aber man sollte im Hinterkopf behalten, dass er nächstes Jahr noch einmal U14 spielen kann, während 4 der vor ihm platzierten dann bereits „herausgewachsen“ sind. Bennet voll konzentriert

Gegen Lucas wurde sehr häufig mit offenem Visier gespielt, was oft zu äußerst spannenden Partien führte. An der einen oder anderen Taktik könnt ihr euch gleich einmal versuchen, die Lösungen könnt ihr dann im Link am Ende der Seite anschauen. Doch zunächst zum Turnier an sich: Lucas gewann alle Partien gegen DWZ-schwächere oder vergleichbar eingestufte Gegner und remisierte gegen Diyor Bakiev, Julius Ohler und Leonardo Costa. Nach 8 Runden lag er punktgleich mit Leonardo Costa an der Tabellenspitze. Im direkten Duell war Leonardo gerade noch so mit einem Remis davon gekommen (Qualität weniger im Endspiel). Doch nun lagen die Trümpfe in dessen Hand, denn die Buchholzwertung bei Punktgleichheit war ganz klar auf seiner Seite. Lucas legte gegen Christopher Stork in der Schlussrunde los wie die Feuerwehr und erarbeitete sich einen großen Raumvorteil. Parallel zeigte sich Leonardo Costa allerdings unbeeindruckt und überspielte seinen Gegner lockerlässig bereits in der Eröffnung. Ziemlich schnell sicherte er sich den Sieg und damit auch direkt die Meisterschaft. Lucas hatte seinen Vorteil inzwischen etwas aus der Hand gegeben und einigte sich mit seinem Gegner auf Remis – und sicherte somit den 2. Platz. Sicher ein tolles Ergebnis, wenn man von Setzplatz 16 startet! Der strahlende Lucas auf der 2

Kommen wir nun zu den Taktikaufgaben und beginnen wir ganz klassisch:

1.) Weiß hat das drohende Grundlinienmatt gesehen und g3 gespielt. Wie setzt Schwarz in 4 Zügen trotzdem Matt? Runde 1: Kieselbach vs Foerster-Yialamas

2.) Schwarz hat mit De7-f7 den Springer auf d5 gefesselt. Doch was hat er dabei übersehen? Runde 2: Foerster-Yialamas vs Bock

3.) Schwarz hat 2 Figuren für den Turm und hat gerade mit Lf6 den Damentausch angeboten. Sollte Weiß dies tun? Runde 3: Foerster-Yialamas vs Bakiev

4.) Weiß hat mehrere Möglichkeiten für den Knockout. Für welchen (laut Engine stärksten) Zug entschied sich Lucas? Runde 6: Foerster-Yialamas vs Heinrich

Und die Lösungen könnt ihr euch hier anschauen (Stellungen können jeweils ausgewählt werden): https://lichess.org/study/8yX0IPiK

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