Frauen-Hessenliga: FTV 1860 – Bad Homburg 1,5 : 2,5

von Verena Klees

Am Sonntag, den 13.11. stand für unsere neu gegründete Frauenmannschaft das erste (vom 8.10. verlegte) Spiel in der Frauen-Hessenliga an. Zum ersten Spieltag durften wir Bad Homburg zu Hause bei uns in der Pfingstweidstraße empfangen.

Die gemeldete Aufstellung von Bad Homburg versprach bereits einige harte Nüsse, die es zu knacken gäbe, und so fanden wir uns außer an Brett 1 auch jeweils 200 – 300 DWZ-Punkten mehr gegenüber. Der ein oder anderen Spielerin war das gar nicht bewusst, was oft auch ein Segen sein kann und so begannen die Partien…

Katrin Hanka, Gastspielerin von den Bad Vilbeler Schachfreunden, sah sich an Brett 3 mit Schwarz einem nordischen Gambit gegenüber, mit dem sie gut zurechtkam. Im Mittelspiel konnte sie durch einen Kombinationsfehler ihrer Gegnerin dann sogar eine Leichtfigur gewinnen und fühlte sich erstmal sicher in der Partie. Wie sich herausstellte, war diese Sicherheit trügerisch, da Katrin anschließend die gewonnene Leichtfigur einzügig einstellte. Das Endspiel meisterte ihre Gegnerin dann souverän. Schade, dass Katrin sich für ihren herausgespielten Vorteil gegen ihre nominell stärkere Gegnerin nicht belohnte, dennoch war es eine sehr spannende Partie: 0 – 1 Rückstand für die FTV-Frauen

Renate Niebling, Gastspielerin vom SC Frankfurt-West, kam an Brett 2 mit Weiß sehr gut aus der Eröffnung, in einer Partie, in der beide Spielerinnen sich nichts schenkten und schnell aggressiv zu Werke gingen. So konnten auch f5- und f4-Vorstöße sehr schnell auf dem Brett beobachtet werden. Renate ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und spielte eine äußerst solide Partie, was bei 200 DWZ-Punkten Unterschied zu ihrer Gegnerin umso beachtlicher zu vermerken ist! Letztendlich konnte sie mit einem Bauern nach e6 kommen, der dort dann sogar einen gedeckten Freibauern darstellte, und diesen drückenden Vorteil im Endspiel für sich verwandeln: 1 – 1 Ausgleich

Verena mit Weiß an Brett 4 startete in eine nach der Eröffnung zunächst ausgeglichen wirkende Partie, in der sich Teile der Stellung tatsächlich auf beiden Seiten spiegelten. Entscheidender Unterschied waren jedoch Verenas Läufer mit ihrem vielversprechenden Blick gen Königsflügel, so dass Verena sich letztlich in der besseren Stellung wiederfand. Hatte Verena für diese Stellung zwar bisher auch deutlich mehr Zeit aufgebracht, so gab die Stellung nun auch ihrer Gegnerin scheinbar einiges zum Nachdenken. Rückblickend wäre an dieser Stelle wohl ein Remis-Angebot in Anbetracht der besseren Stellung gegen eine jedoch deutlich stärkere Spielerin das Beste gewesen. Denn mit der anschließend nur noch knappen Zeit auf beiden Seiten rechnete Verena nicht mehr sauber genug, überschätzte eine potentielle Drohung und verwickelte sich in Probleme, die ihre Gegnerin dann auch in Materialvorteile ummünzen konnte. Nach etwas Weiterkämpfen mit dem Mut der Verzweiflung gab es dann für Verena nichts mehr anderes zu tun, als die Partie aufzugeben: 1 – 2 Rückstand

Maria an Brett 1 sah sich mit Schwarz einer gemäß DWZ gleichstarken Gegnerin in einer von Anfang an ausgeglichenen Partie gegenüber. Erst in der Zeitnotphase hätte dies kippen können, als Maria ein Fehler unterlief, den jedoch auch ihre Gegnerin nicht bemerkte, so dass es ausgeglichen weiterging. Rückblickend betrachtet hätte Marias Stellung b5 gut getan, was sie sich in der Partie jedoch nicht zu spielen traute. So ging das Spiel in ein ausgeglichenes, jedoch komplexes Endspiel über, in dem angesichts des Spielstands Marias Gegnerin insofern im Vorteil war, da ihrer Mannschaft das Halten des Remis reichte. Wer Maria kennt, weiß, dass sie dennoch unermüdlich weiterkämpfte und weiter Ansatzpunkte suchte, bis ganz klar war, dass aus dieser Stellung nichts anderes als ein Remis mehr rauszuholen wäre und auch ihre Gegnerin sich keine Patzer mehr erlauben würde: 1,5 – 2,5 Endstand

Zum Ende des Spieltags überwog somit zwar die Enttäuschung, weil mehr drin gewesen wäre. Etwas rausgezoomt und mit dem Blick aufs große Ganze sollten neben den Ungenauigkeiten aber die eben auch gezeigten starken Leistungen nicht vergessen werden, insbesondere der starke Sieg von Renate! Und neben dem Brett darf insbesondere die Freude über ein sehr sympathisches Team überwiegen, sahen wir uns doch mit einem Teil unserer Gastspielerinnen heute auch das erste Mal persönlich In diesem Sinne auf ein Neues am Samstag 10.12., dann auswärts beim 1. Hainstädter SC.

Team Unsere 4 Spielerinnen vom ersten Saisonspiel: v.l.n.r. Renate Niebling, Maria Schott, Katrin Hanka, Verena Klees