FTV 1 - Offenbach 1 2:6

von Ludger Brüggemann

Leider hatten wir auch diesmal Aufstellungssorgen und mussten ein Brett frei lassen, um die 2. Mannschaft nicht noch mehr zu schwächen. Mit Grover, Nils, Peer und Jan hatte sie ja schon einen beträchtlichen Aderlass zu verkraften, was ihr aber diesmal zum Glück nicht geschadet hat. Gratulation zum wichtigen Sieg! Bei uns lief es leider wieder mal nicht so gut. Ich hatte entschieden, das 1. Brett kampflos abzugeben und mich selbst ans dritte zu setzen. Dort wartete aber mit Hans-Jörg Cordes ein ehemaliger Bundesligaspieler, von der DWZ zwar nicht mehr ganz so stark, aber eben auch versiert und routiniert. Es entwickelte sich eine offene Partie, nachdem ich zwei Bauern für schnelle Entwicklung gegeben hatte. Sein König klebte noch im Zentrum, die Lage war unklar. Aber anstatt den Druck mit meinen verdoppelten Türmen auf der c-Linie aufrechtzuerhalten, sah ich eine Kombi mit Qualle-Gewinn und Chancen, seinen König weiter zu belästigen. Durch diese tolle "Kombi" sind seine Figuren aber zum Leben erwacht und gingen meinem König an den Kragen. An Brett 2 kämpfte Lucas lange mit zwei Türmen gegen Turm und zwei Figuren. Ob die anschließende Analyse noch eine Rettung ergab, weiß ich nicht. Letztendlich testete Lucas durch Turmopfer die Fähigkeit seines Gegners, mit Läufer und Springer matt zu setzen. Auch wenn der ziemlich lange überlegen musste, um sich an die Manöver zu erinnern, die man vor langer Zeit mal gelernt hat, schaffte er es doch souverän. Bei Gerardo an Brett 4 war trotz entgegengesetzter Rochaden nicht viel los. Keine Seite konnte einen Königsangriff inszenieren, und so war das Remis nach dem Abtausch der meisten Figuren folgerichtig. An Brett 5 wurden gleich zwei Bretter nebeneinander aufgebaut. Der sehbehinderte Offenbacher Thorsten Mueller brachte sein Spezial-Steckbrett und auch eine Spezialuhr mit. Die beiden Spieler haben sich gegenseitig ihre Züge angesagt und auf den jeweiligen Brettern auch die gegnerischen Züge ausgeführt. Die Partie wurde schnell sehr offen und kompliziert. In Grovers Rochadestellung fraß sich ein weißes Bauernpaar nach g7 und h6 durch. Das wurde aber zuverlässig vom sKg8 und einem mächtigen Läufer auf h7 blockiert, so dass Grover seinerseits die Zentrumsbauern nach vorn werfen konnte. Es machte alles einen sehr zweischneidigen Eindruck. Die entscheidende Phase habe ich nicht mitbekommen, irgendwann kam ich ans Brett und die weiße Dame ging gerade verloren. Nils hatte an Brett 6 auch eine ziemlich offene Partie, konnte aber letztendlich am Königsflügel nichts Zwingendes finden, so dass ein Bauernverlust und die strukturellen Vorteile des Gegners den Ausschlag gaben. Am 7. Brett hatte Peer im Endspiel zwar ein Bauernübergewicht, aber Turm und Springer des Gegners waren zu aktiv, so dass es hier zum Remis kam. Bei Jan hatte ich lange die Hoffnung, er könne seine positionellen Vorteile (guter Läufer gegen schlechten, schwache Felder im gegnerischen Lager) irgendwann ausbauen. Aber das war wirklich nicht so einfach, und nach der Öffnung der Stellung war das Endspiel sehr kompliziert. Und mit eisernem Siegeswillen verschmähte Jan nach 6 Stunden Spielzeit eine Zugwiederholung, um sein letztes verbliebenes Bäuerlein durchzudrücken. Da hatte er die Rechnung aber ohne den Wirt, nämlich den schwarzen König, gemacht, und so legte er sofort seinen eigenen König um. Schade, er hätte hier mindestens einen halben Punkt verdient gehabt. In dieser Höhe ist die Niederlage vielleicht etwas zu deftig ausgefallen, aber echte Chancen auf einen Mannschaftspunkt hatten wir an diesem Tag nicht.

FTV II. gegen Schöneck

6 ½ zu 1 ½

Von Robert Fedler

Nachdem Robert erkannte, dass seine Mannschaft zwar spielen kann, aber Motivation braucht, setzte er ein Mittel ein, das sich bei dem bereits legendären Sieg in Oberursel-Oberstedten-OberweitwegvonderZivilisation bewährt hatte: Er rief den absoluten Abstiegskampf aus. Das hinderte natürlich niemanden daran, in Urlaub zu fahren etc. Dennoch konnte eine vollständige Mannschaft aufgeboten werden. Erstmals diese Saison war Roberts Partie nicht die erste, die fertig war, denn Hendrik gewann an Brett zwei kampflos. Danach allerdings kam auch schon Robert.

Dieser hatte sich mit seinem Gegner für Brett fünf verabredet, dessen Sohn er jahrelang trainiert hat und mit dem er sich gut verstand. Bald fand sich auf dem Tisch ein Stapel an Macarons und anderen Köstlichkeiten, die die beiden mitgebracht hatten. Schachlich litt Robert an Schlafmangel, da er mit Stefan im Vorfeld etwas lange das Leben genossen hatte. So kam es schnell zu einer Stellung, die eher gedrängt war. Spannenderweise ergab eine Analyse am Abend, dass es so schlimm nicht war, sondern im soliden ausgeglichenen bis -1. Gleichzeitig war es aber sehr schwierig zu spielen, da alle eigenen Bauern auf schwarz standen in einem Endspiel, in dem der gegnerische Spieler einen aktiven Springer, (schwarzfarbigen) Läufer und König hatte und bei Robert sowohl der ebenfalls schwarzfarbige Läufer, Springer und König passiver standen. Durch eine gelungene Kooperation mit dem Gegner und das übliche Pfuschen im Endspiel konnte auf einmal ein Bauernrennen auf verschiedenen Flügeln initiiert werden, das nicht mehr aufzuhalten war und Robert den Punkt brachte.

Neben ihm fand sich Stefan. Disco-Stefo, wie seine Bewunderer ihn gerne nennen, war wohl ausgeschlafener als Robert. Seinen Gegner verführte er in der Eröffnung dazu, eine seiner Leichtfiguren herzugeben. Ohne Blick auf den weiteren Verlauf kann man aber sagen, dass in dieser taktisch trickreichen Angelegenheit ein verdienter Punkt heraussprang.

Stefan war dabei zwischen Robert und Uli Euler platziert, was die Meriten nur mehrt, da er konstanter Doppelbeschallung ausgesetzt war. Schon früh tat Euli kund, dass sein jugendlicher Gegner ihm leid tue. So kam es auch, dass ein Mehrbauer entstand und dann später ein gewonnenes Turmendspiel. So etwas gibt jemand, der bereits die Vereinsmeisterschaft gewonnen hat, natürlich nicht mehr her! Neben ihm fand sich Mario. Dieser hatte nicht nur früh ein Materialungleichgewicht mit Dame gegen ein bisschen Kleinvieh zu seinen Gunsten, sondern auch einen massiven Zeitvorteil und die aktivere Stellung, soweit ein kurzer Blitzanalyseblick das gesehen hat. Hier konnte ebenfalls triumphiert werden.

In dem bereits gewonnenen Mannschaftskampf spielte Maria an Brett 1 ein starkes Remis. Intern gibt es bereits Überlegungen, sie zukünftig nur noch so weit vorne einzusetzen, da sie diese Rolle immer gerne und klaglos ausübt und damit die Teammoral steigert.

Brett drei wurde von Ian besetzt. Dieser hatte einen sehr starken Gegner erwischt und schlug sich beachtlich, musste am Ende aber die Segel streichen.

Die Partie von Dirk an Brett vier schien dem geneigten Beobachter schon früh spannend. In einer offenen Feldschlacht ging es hoch her, was sich aber zu Dirks Ungunsten wandte. Dieser geriet in Materialrückstand und musste mit Turm gegen Dame ran, wie er mir erzählte. Das hielt seinen Opponenten nicht davon ab, sich auf Dirks Tricks einzulassen, der am Ende dank generöser Mithilfe ein Matt fand. Dieser Sieg, der bereits der zweite in Folge ist, schiebt uns in der Tabelle weiter vor und bringt uns dem Klassenerhalt ein ganzes Stück näher. Danke besonders an die aufgerückten Ersatzspieler Hendrik, Ian, Stefan, Euli und Mario!

Dirks%20Gegner

FTV V gegen Bad Homburg

3: 1

Von Verena Klees

Liebe Daheimgebliebenen,

wir 4 (Moawis, Verena, Magnus und Nabeegh) sind aus verschiedenen Himmelsrichtungen alle gut und pünktlich in der FTV-Turnhalle zum Spieltag gegen Bad Homburg 5 angekommen, was man nicht von jedem Gegner behaupten konnte. Die Stimmung vor Ort ist gut, wir sind als Gruppe hier, aber jeder macht hier vor Ort tagsüber auch mal sein Ding und seine eigenen Ausflüge, so dass wir uns am Ende des Tages gegenseitig von unseren Erlebnissen erzählen können.

Auf Magnus' Kurztrip machte sein sympathischer Mitfahrer ordentlich Tempo, so dass Magnus sich hier und da beeilen musste, Schritt mit der Jugend zu halten. Als sich nach einer Unachtsamkeit dann auf einmal jedoch nur noch Magnus in "Damenbegleitung" befand, war jedoch schnell klar, wer am Ende des Tages der glücklichere von beiden sein würde.

Nabeegh musste bei seinem Ausflug auf die Abfahrt sehr lange warten, da der 2. Ausflugsteilnehmer viel zu spät kam. Als er zum Ende der Reise dann aber einen befreundeten weißen Bauern dabei beobachten konnte, wie dieser das Ende seines harten Arbeitstages mit einem äußerst damenhaften Auftreten feierte, waren auch diese Strapazen vergessen und die Freude groß.

Nach anfangs noch etwas unklarer Wetterlage auf Verenas Ausflug wurde es nach einem Wolkenpatzer zunehmend regnerisch und auch der eilig herbeigeholte Regenschutz konnte den Tagestrip nicht mehr wirklich retten, wahrscheinlich hätte sie strategischer an die Planung des Tages herangehen müssen.

Moawis begab sich auf die längste Tageswanderung, war mit gutem Equipment bestens ausgestattet und sammelte viel schönes unterwegs ein, bis seine Mitreisenden "matt" vor Erschöpfung die Reise beenden mussten.

Insgesamt geben wir unserem Urlaub im Rückblick 3 von 4 möglichen Punkten und freuen uns über das gemeinsam Erlebte.

Bis bald, Eure 5. Mannschaft

Bericht%20Verena%20Bad%20Homburg