9. Spieltag

Bad Emstal / Wolfhagen 2 - FTV 5:3

von Ludger Brüggemann

Der lange Ausflug nach Wolfhagen (2h Fahrt) hat zwar nur 3 Brettpunkte gebracht, aber in zwei Wochen nach dem letzten Saisonspiel gegen Fulda wird sich zeigen, ob diese drei Punkte evtl. doch sehr wichtig im Kampf gegen den Abstieg waren. Denn sollte es zwei Absteiger geben, könnte es noch mal eng werden. Aber durch eben diese Brettpunkte könnten wir uns gegen Fulda noch eine 3:5-Niederlage leisten und wären dann mit einem halben Brettpunkt besser auf dem drittletzten Platz. Aber ich hoffe natürlich, so knapp wird es nicht werden...

In den Mannschaftskampf gegen Bad Emstal/Wolfhagen gingen wir schon mit der Hypothek von zwei kampflosen Minuspunkten. Denn Bennet und Lucas hatten die ganze Woche vorher 9 Runden bei der deutschen Meisterschaft gespielt, und dann noch zusätzlich diesen sehr langen Sonntag noch dranzuhängen, wäre dann doch ein bisschen viel gewesen. Aber da die Wolfhagener auch erwartbar ersatzgeschwächt antraten, malten wir uns doch Chancen aus. Allerdings waren die ukrainischen Jugendspieler an den Brettern 1 und 5 bärenstark. Was sie bei der deutschen Meisterschaft auch mit dem 1. bzw. 3 Platz in der U16 eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatten. Und so waren Gerardo und ich zwar nicht chancenlos, mussten aber doch eine Niederlage einstecken. Bei mir zumindest war es ärgerlich, dass ich dreizügig eine Figur einstellte, ansonsten wäre es noch ein Spiel auf drei Ergebnisse gewesen. An Svens Brett waren die Kräfteverhältnisse umgekehrt, er war DWZ-mäßig seinem Gegner deutlich überlegen, was er durch einen schnellen Sieg bestätigte. Eindrucksvoll ist Grovers Score mit 5,5 aus 7, und nachdem er diesmal in der Eröffnung unter Druck stand, konnte er sich aber gut befreien, und sein Gegner hatte mit zwei Minusbauern irgendwann keine Lust mehr. Max hatte sich mit Schwarz auf eine offene Stellung eingelassen, bei dem sein Gegner zu einem Flankenangriff am Königsflügel kam und Max im Zentrum und am Damenflügel dagegenhalten wollte. Leider waren die Argumente des Gegners stärker. Zum Schluss kämpfte noch Jan um den vollen Punkt. Das Turmendspiel war zwar theoretisch remis mit nur noch einem Bauern und dem verteidigenden König davor. Aber Jans Gegner machte zwar zwischendurch ungeduldige Gesten so nach dem Motto "was spielst du denn noch weiter?", aber die richtige Verteidigungsmethode kannte er dann doch nicht. So konnte Jan am Ende etwas glücklich diesen Punkt einstreichen. Vielen Dank an dieser Stelle allen Ersatzspielern, die bisher über die Saison verteilt die 1. Mannschaft mit ihren vielen Ausfällen unterstützt haben und auch gestern die weite Fahrt nach Nordhessen auf sich genommen haben.

FTV II vs Büdingen I 5:3

Von Robert Fedler

Hochmuth, Christian - Philipp, Nils ½:½

Weber, Bernhard - Pham-Tran, Phuong-Bao 1:0

Nickel, Jonas - Schott, Maria ½:½

Guth, Wolf-Dietrich - Walk, Maximilian 0:1

Komhard, Oliver - Bender, Dirk -:+

Kraus, Werner - Fedler, Robert 1:0

Noblé, Alexander - Rettenmayr, Stefan -:+

Griesfeller, Sven - Euler, Uli 0:1

Ein sehr anzügliches Erlebnis gab es für die zweite Mannschaft. So gewannen vier Züge den Mannschaftskampf: Der erste führte nach Gelnhausen, der zweite nach Büdingen. Bevor es zu den anderen beiden kam, musste allerdings erst einmal das Wizard-erpobte Trio aus Dirk, Stefan und mir erkennen, dass gegen Bao kein Kraut gewachsen war. Dieser erreichte einen Erdrutschsieg.

Die Erde hochgerutscht wurde dann dank Dirks Wegführung die Hälfte der Mannschaft. Das Spiellokal der Büdinger war aber auch gut getarnt! Nun angekommen, hatte zum Glück niemand einen Anzug an. Das wäre im Sommer doch arg viel des Guten. Stattdessen waren die beiden letzten entscheidenden (An-) Züge e4 und e4. Damit brachten Stefan und Dirk uns gegen fehlende Gegner in eine frühe 2:0-Ausgangslage.

Weiter gab es einen Punkt von Uli, der nach eigener Aussage lange sehr mäßig stand. In dem ihm typischen Kampfstil konnte aber der Gegner am Ende besiegt werden. Auch Max war in der Lage, seinen wohl taktisch etwas überforderten Gegner um den Punkt zu bringen. Das erlaubte Bao, taktisch in aussichtsreicher Stellung einzustellen. Auch gab es mir den Raum, als Mannschaftsführer gut auszusehen und leider meine bisher starke Bilanz von 3,5 aus 4 mit einer Niederlage nach strategischem Harakiri zu beschmutzen. Es konnte aber auch keiner ahnen, dass ein nackter König im Sommer kein gern gesehener Gast sei!

Maria konnte ihre bessere zweite Saisonhälfte mit einem Remis bestätigen. Nils hatte Dame und Springer gegen zwei Türme und eine Leichtfigur, dazu einen Mehrbauern. Wir gehen alle davon aus, dass er den Punkt hätte heimbringen können, aber gegen einen sehr starken Gegner nahm er das Remis und eine Bahnverbindung, mit der man vor Mitternacht wieder daheim sein konnte. So war es noch möglich, sich mit Nils, Uli, Bao, Stefan und mir auf eine Pizza bei Da Cimino einzufinden. Dabei nutzten wir die Gelegenheit, generationsübergreifende Datingerfahrungen auszutauschen und wir jungen Hüpfer konnten von den alten Hasen einiges lernen. So wissen wir nun, wofür eine Vernissage gut ist und manch anderer hat das Prinzip Tinder ergriffen.

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