Europod 2022 – eine heiße Angelegenheit!

Ein Bericht von Robert Fedler

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Nach einer pandemiebedingten Pause ging es diesen Monat wieder eine Woche zu unserem Partnerverein Lyon Olympique Echecs. Dort wurden unsere elf Teilnehmer in Gastfamilien untergebracht, wie Jan und ich auch. Zwar gab es ein paar kleine Abspracheprobleme, aber vorwegnehmend muss ich sagen: Das habe ich doch wieder fantastisch gemacht! 😉

Doch zu Beginn erst einmal etwas Kontext: Das Deutsch-Französische Jugendwerk finanziert und hilft uns bei der inhaltlichen Ausgestaltung des Städteaustauschs Frankfurt-Lyon, an dem wir seit knapp einem Jahrzehnt teilnehmen, jedes Jahr sehr großzügig. Wichtig ist hier aber nicht nur das Geld, sondern vor allem, die Menschen. Deswegen möchte ich zuerst Thomas Kroll danken, der für die Finanzen zuständig ist und immer schnell und kompetent Budgetfragen geklärt hat. Auf der inhaltlichen Ebene und menschlich genauso hervorragend und ungemein bereichernd haben uns Fabienne Müller und Isabelle Dibao-Dina geholfen. Die drei sind es, ohne die es diesen Austausch nie hätte geben können und dafür muss ihnen hier noch einmal gedankt werden! Genauso danken möchte ich auch Jan Engel. Ohne ihn als zweiten Betreuer wäre mir die Aufsicht (gerade am Mittwoch, doch dazu später mehr) unmöglich gewesen. Danke Jan, dass du dabei warst! Von den unzähligen Sportarten, die sonst dabei waren, sind diesmal… nur wir übrig geblieben. Davon haben wir uns aber nicht aufhalten lassen und sind alle gut gelaunt in den TGV eingestiegen. Die umsichtige Betreuerplanung ermöglichte nämlich dieses Jahr anstelle einer ganztägigen Busfahrt eine Direktverbindung mit dem Zug unter sechs Stunden.

Angekommen am Verein gab es erst einmal ein Willkommensgrillen und ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Ich weiß, ihr könnt kein Deutsch und damit den Bericht nicht lesen, aber dennoch DANKE für eure Gastfreundschaft. Der Dank gilt den Familien, die fremde Kinder in ihr Leben gelassen haben, aber auch Eva, die ihr FSJ dort im Verein absolviert. Er gilt Lionel, der seit Jahren Hauptverantwortlicher für den Austausch und mehr Freund als Partner für uns ist, genau wie er er Christophe, dem Geschäftsführer des Vereins gilt. Und nicht zuletzt gilt er auf deutscher Seite den Eltern, die uns ihre Kinder anvertraut haben für dieses Abenteuer.

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Der Sonntag war wahlweise Tag in den Familien oder gewertetes internationales Schnellschachturnier. Hier konnte Jan mit 5/5 starten und den auf dem Bild zu sehenden FM besiegen. Da dieser sein Gastgeber war, geht das Gerücht um, Jan habe daraufhin auf der Straße nächtigen müssen. Leider konnte die Form nicht gehalten werden, aber mit 5,5/7 war der zweite Platz sicher und aus dem Siegerpokal wurde abends ordentlich Kirschsaft getrunken. Auch viele jüngere Teilnehmer unseres Vereins konnten tolle Ergebnisse erzielen, während ich unter Umständen nach einem starken Beginn wenig ruhmreich in der letzten Runde von einem 1500er dreizügig mattgesetzt wurde.

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Leider kann ich nicht die ganze Woche referieren, da dafür der Platz und die Zeit von euch, meinen geneigten Lesern, fehlt. Deswegen in aller Kürze: Jeden Tag wurde eine Stunde Sprachanimation durchgeführt. Dabei habe ich den Teilnehmern aus beiden Ländern spielerisch die andere Sprache vermittelt. Zielgruppe waren hier gerade die, die noch keine Kenntnisse hatten. Das kam auch gut an und wurde nach Startschwierigkeiten auch erfolgreich umgesetzt.

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Daneben gab es ein bis zwei inhaltliche Punkte pro Tag. Montag war das beispielsweise eine Stadtrallye. Bei dieser gab es unter anderem eine Herausforderung, aus zehn Cent pro Teilnehmer in Kleingruppen das lustigste Bild zu machen. Dabei wurde die Kaufmannsseele mancher Kinder unterschätzt, aber bald hatten die Gruppen fünf Euro aus ihren 50 Cent gemacht oder kamen mit einer großen Tüte Pain au Chocolat an. Auf dem Gruppenbild vor der Kirche waren noch alle bester Dinge, denn ich hatte noch nicht kundgetan, dass unser Partnerverein einen 10-Kilometermarsch vorgesehen hatte. Es waren aber auch nur 35 Grad, also alles entspannt.

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Dienstag ging es an den Badesee. Hier gab es neben dem normalen Programm auch eine Art Wasserspielplatz mit verschiedenen Plattformen.

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Abends war dann der Betreuerabend. Es sollte meine letzte schmerzfreie Erinnerung werden, bevor der Sonnenbrand meines Lebens mich zwang, Mittwoch Jan alleine zu lassen und ab da eher beschränkt zu agieren. Statt sonst dreißig bis vierzig Betreuern saßen Lionel und ich zu dritt mit Ophélie vom Office des Sports Lyon zu dritt in einer Bar am Fluss. Die Atmosphäre war dennoch ungebrochen.

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Mittwoch lag ich den ganzen Tag mit Schmerzen auf dem Bauch, der als einziges nicht verbrannt war. Das wurde so dramatisch, dass mich der Partnerverein zum Arzt und dann zur Apotheke schleppte, wo es eine Salbe gegen Verbrennungen gab, mit der Jan mich einer Thaimassage gleich einrieb. Bei ein, zwei, fünf Gläsern Cassis verriet Christophe, es gehe in Wahrheit um fleischfressende Bakterien und nicht um Sonnenbrand. Währenddessen war Jan mit den Kindern im Parc de la tête d’Or. Das ist eine Mischung aus kleinem Freizeitpark und Stadtwald. Als guter Betreuer behielt er die Übersicht wie eine Giraffe, auch wenn dem Schachspieler natürlich ein Orang-Utan eröffnungsmäßig näher wäre.

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Donnerstag stand der Nationalfeiertag an. Dabei gab es einen kurzen Abstecher zum Souvenir kaufen, ein obligatorisches Gruppenbild und im Anschluss Trampolinspringen in einer wundervoll gekühlten Halle bei 38 Grad Außentemperatur.

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Mit dem Abschlussgrillen abends war der Austausch dann auch schon wieder fast vorbei. Doch ein Hihghlight sollte noch kommen und das war das Feuerwerk anläßlich des Nationalfeiertags!

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So unglaublich schön wie die Freude der Teilnehmer war, bleibt die süßeste Erinnerung aber der Fakt, dass es im Verein zwei kleine Gäste gab, die wirklich knuffig waren:

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Zum Ende noch einmal kurz ein Symbolbild zum Thema falsches Einsteigen: Als echter Caro-Kann-Spieler musste Jan natürlich immer den C6-Bus nehmen, obwohl C5 sicherlich die bessere Wahl ist. Bis nächstes Jahr und danke an unsere französischen Freunde!

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