Hessenliga

von Ludger Brüggemann

Bad Homburg - FTV 1: 5:3

Brett 1: Sven (w) remis

Zum ersten Mal überhaupt tauschten wir die Bretter, da Sven sich mit Weiß gute Chancen gegen Behrang Sadeghi ausrechnete. Das war auf jeden Fall schon mal ein guter Schachzug, denn Behrang sagte mir hinterher, dass er sich hauptsächlich auf mich vorbereitet hatte. Auch auf dem Brett entwickelten sich die Dinge vielversprechend. Sven hatte zwischenzeitlich zwei Mehrbauern, von denen aber nur einer zu halten war, denn Schwarz hatte aktives Gegenspiel. So blieb letzlich die Materialverteilung Dame, Springer und vier Bauern gegen Dame, Läufer und drei Bauern übrig. Da die Bauern sich alle auf dem Königsflügel befanden, schien der Gewinn schwierig, und der Vorteil verflüchtigte sich. Sven kämpfte in der längsten Partie des Tages gegen das Remis, musste sich aber darin fügen. Für den Endstand war das Ergebnis da auch schon bedeutungslos geworden.

Brett 2: Ludger (s) remis

In der sizilianischen Rauser-Variante kam es zu diversen Abtauschaktionen, bevor es zu den typischen Flügelkämpfen kommen konnte. Mein Gegner bot mir recht früh Remis an, was ich entgegen meiner Gewohnheit auch annahm. Denn ich hatte nicht mehr viel Zeit auf der Uhr, und durch das Grübeln über das Remisgebot noch mehr Zeit verloren. Zu diesem Zeitpunkt war auch nicht absehbar, dass der Mannschaftskampf den Bach runtergehen würde.

Brett 3: Ingo (w) remis

Zu dieser Partie kann ich gar nicht viel sagen. Es war irgendeine Nebenvariante im sizilianischen Drachen, und im Mittelspiel wurden die Züge wiederholt.

Brett 4: Murat (s) 1:0

Murat kam gegen seine Gewohnheit nicht in Zeitnot, sondern eher sein Gegner. Irgendwann sah es so aus, als hätte Murat großen Vorteil durch Abtausch des starken schwarzfeldrigen Läufers seines Gegners erlangt. Doch plötzlich wurde der weiße Springer auf d6 zum Riesen, unterstützt durch die weißen Schwerfiguren. Bei richtiger abWicklung hätte Weiß mindestens ein Remis gehabt, übersah aber bei wenig Zeit ein Kombinationsmotiv und gab sofort auf.

Brett 5: Michi (w) 0:1

Diese Partie war das Drama des Nachmittags. Michi war auf gutem Wege, den vierten Punkt im vierten Spiel zu holen. Dazu hätte er aber seine schöne Opferkombination korrekt abschließen und sich mit einigen Mehrbauern bei einer Minusqualität zufriedengeben müssen. Die Stellung wäre für Schwarz mit sehr offenem König dann nicht zu halten gewesen. Aber leider fand er in der komplizierten Stellung bei zunehmend knapper werdender Zeit die richtige Fortsetzung nicht und verblieb am Ende mit einem Minusturm.

Brett 6: David (s) 0:1

David hatte eine Figur für einen Königsangriff gegeben, der sich aber nicht so richtig entwickeln konnte. Trotzdem blieben ihm gute Remischancen, da er zwei Bauern für den gegnerischen Mehrspringer hatte und dieser keine guten Felder fand. Weil aber der Mannschaftskampf schlecht stand und auch Svens Gewinnchancen am ersten Brett immer mehr schwanden, entschlosss sich David verständlicherweise, noch etwas Aktives zu unternehmen. Er opferte einen Bauern, um mit seinem König in die gegnerische Stellung einzudringen. Dadurch konnte er sich einen Freibauern verschaffen. Das gelang dem Weißen allerdings auch, und während der weiße Springer den schwarzen Freibauernaaufhielt, konnte der weiße Randbauer durchlaufen.

Brett 7: Bennet (w) 0:1

Bei seinem Premiereneinsatz für die 1. Mannschaft unterlief Bennet ausgangs der Eröffnung leider ein Versehen, das ihn durch eine Springergabel die Qualität kostete. Danach wurde er am sich öffnenden Königsflügel von den gegnerischen Türmen belästigt, was seine Stellung nicht mehr lange aushielt.

Brett 8: Peter (s) remis

Bei Peters Partie war ich lange Zeit optimistisch, dass er mit einem Mehrbauern Vorteil erlangen könnte, wenn er seinen König in Sicherheit bringt. Das schaffte er aber nicht, oder es war nicht möglich, das kann ich im Nachhinein nicht beurteilen. Jedenfalls konnte der Weiße starke Drohungen gegen Peters unrochierten König aufstellen. Doch just mit dem Gewinnzug bot er Remis an, was Peter erleichtert annahm.

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