Europod 2018

von Robert Fedler

Wie jedes Jahr fand auch 2018 unser Austausch mit unserem Partnerverein aus Lyon statt. Wiederholt waren auch Engländer dabei, aber nur bei den anderen Sportarten, wir blieben im gewohnten Rahmen. Dieses Mal hatten wir, wie man am Bild sieht, Jan und mich (Robert) als Betreuer dabei. Um es vorwegzunehmen, die Stimmung der Kinder war schon noch besser als es jetzt manche Antlitze vielleicht vermuten lassen.

Es beginnt ganz gut, fast alle Kinder sind dabei, als es an einem sonnigen Samstag losgeht. Morgens losgefahren, kommen wir abends an. Im Bus werde ich von Lionel, dem Betreuer der Franzosen, informiert, seine Schwester Angèle und ihre Freundin Lorianne, die uns mitbetreuen sollen, warten, um uns abzuholen. Da Lionel doch etwas älter als Jan und ich ist, gehe ich also von einer Frau um die 30 aus, eher aufwärts. So bin ich etwas verwirrt, als zwei sympathische Mädchen mich auf Englisch ansprechen, ob ich zur Schachdelegation gehöre und eines der Mädchen sich als Angèle herausstellt. Beide sind die ganze Woche unglaublich nett und zuvorkommend, genau wie Lionel. Im Namen aller würde ich auch noch einmal unseren Dank aussprechen, da aber keiner der drei Deutsch kann, wäre das wohl unnötig. Leider ergibt sich nach ein paar Metern das erste Problem: Die Metro fährt nicht. Prompt bietet sich ein Elternteil an, uns in Vierergruppen abzuholen und zur nächsten fahrenden Station zu bringen. Das rettet uns vorerst, den der Einfall, zu laufen, wäre mit mehrstündigem Marsch abgestraft worden. Besonders glücklich sind die letzten drei Jungs, die mit Lorianne und mir fahren durften. Ich als Betreuer saß standesgemäß vorne und entsprechend waren die Kids mit dem hübschen Mädchen hinten auf engstem Boden zusammengepfercht. Bei dem Betreten des Vereins und dem Wiedersehen alter Freunde, sowohl für die Kinder als auch für uns Betreuer, herrscht große Freude. Leider ist die Definition von „Willkommensgrillen“ je nach Land unterschiedlich. So waren wir aufgrund der Metroprobleme verspätet, die Franzosen aber schon fast fertig mit dem Grillen.

Gegrillt wurde übrigens nicht nur an diesem Abend, sondern auch an so manch anderem. Darüber hinaus hat sich die Mehrheit der Teilnehmer eine App namens Quizzduell heruntergeladen, mit der das Wissen getestet werden kann. Ebenfalls mehrfach wurden Blitzturniere von bis zu 15 Runden gespielt. Das laugt aus, aber zum Schachaustausch gehört angeblich auch Schach. Doch natürlich war der Austausch viel mehr als nur Schach. So wurden auch zwei Runden Lasertag gespielt, in denen die Deutschen besser abschnitten, wobei man munkelt, dass einer der Betreuer seinen Markierer einmal als Hiebwaffe nutzte. Das gibt übrigens keine Punkte.

Leider mussten aufgrund der Planungsromantik der Franzosen und des enorm heißen Wetters mehrere Programmpunkte entfallen. Auch hier danke an Lionel, der ersetzte, so gut es ging. So wurde unter anderem eine Stadtführung gemacht, die immerhin den größten Platz für Fußgänger in Europa umfasste. Zu sehen ist eine Statue von Louis XIV, das ist entgegen vor Ort gefallener Aussagen aber keinesfalls der, den man Ende des 18. Jahrhunderts hinrichtete.

Auch sehen wir die Basilika, die zum Dank, dass die Stadt von den Deutschen verschont wurde, errichtet wurde. Leider können wir nicht auf den Turm, entgegen der vorher gemachten Hoffnungen. Und wir wissen, Schachspieler mögen Türme. Gekickt wird unter Jans Aufsicht und Mitwirken auch und überall, teils mit so viel Freude und Aktivität, dass ich eingreifen muss. Traditionell findet eine Art Olympiade statt. Während dort beim Bogenschießen noch viele Probleme haben, zeigt sich am Betreuerabend Gerüchten zufolge eine Lernkurve, wo gesittet und nüchtern die Schusstechnik verantwortungsvoll im Freien verfeinert wird.

Unsere Mannschaften sind jeweils aus Badminton und Schach zusammengesetzt. Dort erringt Team Bob leider nur einen vierten Platz, obwohl die Motivation wie am nachfolgenden Bild ersichtlich wird, enorm ist. Team Janniboy wird hierbei Gesamtsieger, wobei man munkelt, dass die Kompetenzen vor allem im Sackhüpfen und weniger beim Bogen lagen. Gratulation noch einmal! Im Gegensatz zum letzten Mal schaffe ich es, an den Besuch des Einkaufszentrums ein Museum zu hängen. Das wird erst nur begrenzt gut aufgenommen, aber gerade Vincent und Otto sind durch die interaktiven Elemente große Fans geworden. Jan und ich hoffen, alle hatten so viel Spaß wie wir, sind mittlerweile wieder gut erholt und freuen sich schon aufs nächste Jahr!

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