von Peter Ortinau

Wie schon in der ersten Runde begann der Stress bereits vor der Partie. Kurzfristig fiel uns krankheitsbedingt ein Spieler aus und die Suche begann für das Spiel am Freitag Abend. Nachdem ich von 8 Ersatzspielern Absagen erhalten hatte und einen nicht erreichen konnte, gelang Michael bei Murat doch noch der Durchbruch, so dass wir vollständig antreten konnten, was für die Moral sicherlich wichtig war.

Vor Ort spielten wir in einem separaten Raum, was angesichts von Jugendtraining und anschließendem Schnellschachturnier natürlich sehr gut war. Weniger gut war die Luft im Raum und die Temperaturen, aber gut, es ist halt Sommer. Unsere Gastgeber hatten da einen Vorteil, denn wie ich neidisch nach 30 Minuten feststellte, trugen die Langener im Gegensatz zu uns alle kurze Hosen.

Das Niveau des Mannschaftskampfs war allerdings nicht allzu gut, ich wurde z.B. von einem Kiebitz mit Kreisklasse assoziiert, aber dazu später mehr.

Sven spielte am ersten Brett und misshandelte die Eröffnung, so dass sein Gegner zu Vorteil kam. Sven gelang es aber doch noch, die Stellung halbwegs zu konsolidieren und plante ein Dauerschach zu geben. Dazu wäre es auch gekommen, hätte der Gegner nicht einen Zug davor in einem Anflug von Schachblindheit einzügig den Turm eingestellt: 1:0.

Die gleiche Krankheit befiel mich in meiner Partie. Ich hatte meinen Gegner völlig überspielt, der Computer zeigt in der Spitze eine 8.5(!) für mich an. Dann allerdings übersah ich einen der etwa 5 direkten Gewinnzüge (im Gegensatz zum Rest im Raum) und landete nach einem zusätzlichen Blackout in einem Endspiel mit Mehrbauer. Meine Bauernstellung war aber völlig zerrupft und die Partie endete in einer Zugwiederholung remis: 1,5:0,5.

Immerhin konnten wir uns hier schon sicher sein, in die nächste Runde zu kommen, denn Michaels Partie mit Mehrqualität konnte man nicht mehr verlieren. Sein Gegner bot remis an und stellte – ich glaube gleichzeitig – eine Figur ein. Michael lehnte ab und übersah den taktischen Trick zum Gewinn, wodurch die Partie noch eine Zeitlang weiterging, aber keinen Sieger fand: 2:1.

Blieb noch der kurzfristig eingesprungene Murat, der am dritten Brett von Anfang an in die Defensive gedrängt war. Sein Gegner lavierte seit einiger Zeit und irgendwann übersah Murat einen taktischen Einschlag, der einen Bauern kostete und die Stellung kollabieren ließ: 2:2.

Dank Berliner Wertung ziehen wir somit ins Viertelfinale ein. Gespielt wird am 29.7., der Gegner steht noch nicht fest.

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