Landesklasse

Matt im Park Frankfurt - FTV 2 4:4

von Peter Ortinau

Neue Saison, neues Glück. In der Landesklasse sind wir zahlenmäßig nur auf 5 gesetzt, doch die Motivation ist hoch. Vor allem bei Max, der das Ziel „Kampf um den Aufstieg“ direkt vorgab. Das Ligaorakel gibt uns übrigens eine höhere Abstiegs- als Aufstiegswahrscheinlichkeit. Pah!

Gegner in Runde 1 war mit Matt im Park mal gleich die Top-Mannschaft der Liga, letzte Saison nur an den schlechteren Brettpunkten beim Aufstiegsversuch gescheitert. Schon letzte Saison (3,5:4,5-Niederlage) war das Duell ungemein spannend und so sollte es auch dieses Mal kommen.

Beide Teams traten nahezu in Bestbesetzung an, nur Bao leider nicht in topform. Schon in der Eröffnung leistete er sich einen schwächenden Bauernzug, der mir die Haare zu Berge stehen ließ. Der Gegner nutzte das schwache Feld direkt aus und gewann so eine Qualität. Bao kämpfte danach zwar noch bis ins Endspiel, war aber chancenlos: 0:1.

Unsere neue Geheimwaffe spielt wie Bennet im Vorjahr am ersten Brett und heißt Lucas Foerster-Yialamas. Der frischgebackene Meister der U12 bereitete sich selbst noch vor dem Spiellokal stehend auf den Gegner vor, während andere mich fragten, an welchem Brett sie eigentlich spielen und welche Farbe sie hätten. Die Vorbereitung schien sich jedenfalls zu lohnen, denn gegen Karsten Wanie (DWZ >2100) hatte Lucas keine Probleme und kam zu einem sicheren Remis im frühen Mittelspiel. Die Dame des Gegners hatte zwar kaum Felder, ließ sich aber nicht fangen und verhinderte gleichzeitig die Rochade und somit den Abschluss der Entwicklung. Eine Zugwiederholung sorgte für das 0,5:1,5.

Ich selbst sorgte am dritten Brett für eine der feurigsten Partien. Ich war gut aus der Eröffnung gekommen und versuchte meinen Stellungsvorteil für einen Königsangriff zu nutzen. Dafür opferte ich einen Bauern und hatte das Glück, dass mein Gegner bei knapper werdender Bedenkzeit in schwieriger Stellung nicht immer den besten Verteidigungszug fand. Einen Zug vor dem Matt streckte er die Waffen und wir waren wieder im Spiel: 1,5:1,5.

Max hatte mit den schwarzen Steinen ein hartes Brot zu kauen. Sein Gegner war DWZ-mäßig der klare Favorit und verbesserte seinen Stellungsvorteil Zug für Zug. Schließlich bildete er einen entfernten Freibauern und entschied die Partie im Endspiel für sich. 1,5:2,5.

Grover sorgte aber postwendend für den erneuten Ausgleich. Seine Partie hatte ich kaum verfolgt und nur mitbekommen, dass er irgendwann einen Springer mehr hatte. Auf meine Frage nach dem Spiel wie er gewonnen hätte sagte er „Strategisch.“ Aber strategisch gewinnt man doch nicht einfach so eine Figur?! „Und taktisch.“ Also Leute, so muss man spielen: Strategisch und taktisch. Wieder was gelernt! 2,5:2,5.

Für eine positive Überraschung sorgte Peer am siebten Brett. Er spielte gegen „seine eigene Eröffnung“ und kam gut gegen sich zu Recht. Schließlich gewann er einen Bauern, seine Gegnerin vertraute auf die ungleichfarbigen Läufer. Allerdings zu Unrecht, denn er konnte seinen König aktiv einbringen und vollendete sicher zur erstmaligen Führung für uns: 3,5:2,5.

Jan und Thomas kämpften bis zum Schluss

Blieben noch zwei schwer einzuschätzende Partien. Zu einer kuriosen Szene kam es bei Jan: Er und sein Gegner befanden sich beide in Zeitnot, Jan hatte gerade ein Remis geboten und sein Gegner fragte den Mannschaftsführer. Dieser hatte auch keine Ahnung und meinte er solle tun, was er für richtig halte. Der Gegner schob daraufhin die Hand übers Brett, die Jan auch direkt ergreifen wollte. Doch eigentlich wollte der Gegner nur seinen nächsten Zug ausführen! Vielleicht warf das Jan aus seinem Rhythmus, auf jeden Fall kippte ab diesem Moment die Partie, der Gegner kam zu zwei verbundenen Freibauern und gewann im Endspiel: 3,5:3,5.

Und ausgerechnet bei diesem Spielstand hatte Thomas ein kaum einzuschätzendes Endspiel auf dem Brett. Turm und zwei Bauern gegen Springer und drei Bauern klingt erst mal ganz gut. Wenn der Gegner aber einen aktiven König und zwei Bauern auf die dritte Reihe gebracht hat, ist das nicht mehr so einfach. Thomas versuchte alles und war näher am Sieg als der Gegner, doch am Ende reichte es einfach nicht und es entstand nach fast 6 Stunden Spielzeit eine tote Remisstellung: 4:4.

Wir waren näher am Sieg als der Gegner und haben uns stark verkauft. Wenn wir so weitermachen, kann das eine richtig gute Saison werden. Lucas hatte einen guten Einstand und der Kampfgeist stimmte in der Mannschaft.

Der einzige Kiebitz bei dem spannenden Match war übrigens eine wissbegierige Wespe. Diese flog tatsächlich vom 1. Bis zum 8. Brett einmal die Reihe entlang und blieb immer so lange, bis sie von einem Spieler genervt weitergescheucht wurde. Nach Baos Stellung hatte sie dann aber genug und flog von dannen…

Spruch des Tages (Thomas nach 5 Stunden): Und ausgerechnet der alte Mann muss sich hier noch konzentrieren!

Bezirksoberliga

Neu-Isenburg I - FTV III 4:4

von Günther Reinhold

Gegen die 1. Mannschaft von Neu-Isenburg sollte es spannend werden, denn beide Mannschaften sind nach gemeldeter Besetzung etwa gleich stark. Wir traten auch fast in dieser Besetzung an, nur Janis rückte kurzfristig für den erkrankten Benedikt nach.

Während die meisten Bretter noch ziemlich voll waren, war bei Robert (an Brett 2 mit Schwarz) das Material bald reduziert und er fragte mich, ob er mit dem nächsten Zug Remis anbieten könne, was mir okay schien. Sein Gegner kam ihm dann mit einem Remisangebot zuvor.

Den ersten Sieg zum Saisonauftakt konnte Uli einfahren (an Brett 5 mit Weiß). Er hatte aus der Eröffnung großen Raumvorteil erreicht, gewann erst einen Bauern, dann noch einen bei überlegener Stellung (mehr hab ich nicht mitbekommen).

Auch Dirk an Brett 3 hatte in einem offenen Sizilianer großen Raumvorteil erreicht. Da meine eigene Partie zunehmend kompliziert wurde, konnte ich den weiteren Verlauf nicht beobachten, jedenfalls hat er gewonnen.

Zum Gegentor kam es bei Mario (an Brett 7 mit Weiß). Er hatte lange viele Figuren auf dem Brett und seine Stellung sah aus meiner Sicht eigentlich ganz gut aus. Irgendwie schaffte es aber sein Gegner, das Spiel zu drehen und in die weiße Königsstellung einzudringen, so dass Mario aufgeben musste.

Als ich zwischendurch mal Zeit hatte, zu Dominiks Brett zu gehen (mit Weiß an Brett 1), war eine kuriose Stellung entstanden in der bei geschlossenen Bauernketten drei Springer von je zwei Bauern gedeckt standen. Jeder dieser Springer war von jeweils einem gegnerischen Läufer angegriffen. Der vierte Springer (von Dominik) hätte auch eine solche Position einnehmen können (tatsächlich zog Dominik dann einen Läufer). Dominik meinte nun schon, auf Remis zu stehen, aber sein 300 DWZ-Punkte stärkerer Gegner konnte schließlich gewinnen.

Zu diesem Zeitpunkt stand es also 2,5 : 2,5 und es liefen noch drei Partien, die bis ins Endspiel vorgedrungen waren. Davon standen zwei auf Remis und eine (meine eigene) für uns auf Verlust.

Janis (an Brett 8 mit Schwarz) war gegen die geschlossene Eröffnung seines Gegners am Königsflügel vorgestoßen, während dieser sich eher im Zentrum engagierte. Es wurde schließlich ein remisliches Turmendspiel erreicht. Sein Gegner wollte aber mehr, eroberte einen Bauern und übersah dabei, dass Janis´ Freibauer nur unter Turmverlust aufzuhalten war. Stand 3,5 : 2,5 aus unserer Sicht.

Olis Brett (Brett 4 mit Schwarz) stand am weitesten von meinem Platz entfernt, deshalb habe ich die Partie nicht verfolgen können. Im Endspiel lag jedenfalls ein Remis in der Luft, und so kam es dann auch. Stand 4 : 3 für uns, aber die Führung war nicht lange zu halten.

Meine eigene Partie (Brett 6 mit Schwarz) war eine Art Mischung aus Damen- und Nimzo-Indisch. Ich glaube, wir meinten beide, jeweils schlechter zu stehen. Dadurch verbrauchten wir beide viel Zeit, wodurch diese Partie die längste des Abends wurde. Bei knapper werdender Bedenkzeit, traf ich eine falsche Entscheidung zum Damentausch, wonach meine Bauern plötzlich schwach wurden. Mein Gegner verpasste danach mehrere klare Gewinnzüge und ließ mich wieder bis auf Remisbreite herankommen. Das Turmendspiel mit einem Mehrbauern konnte er nach beiderseitigen Fehlern aber schließlich gewinnen.

Endstand 4 : 4.

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