FTV gewinnt Frankfurter Mannschaftsblitz

von Dominik Storch

Am vergangenen Sonntag fanden sich zehn Mannschaften zur Blitzmannschaftsmeisterschaft des Bezirks Frankfurt im Nordwestzentrum ein und mussten sich erst einmal mit den neuen FIDE-Regeln vertraut machen: Ein regelwidriger Zug führt nicht mehr automatisch zum Partieverlust, sondern zu einem einminütigen Zeitaufschlag für den Gegner. Erst der zweite regelwidrige Zug verliert die Partie. Gespielt wurde mit 3 Minuten Bedenkzeit plus 2 Sekunden Inkrement.

FTV I mit IM Sven, FM Peter, Murat und David kam, sah und gab nur einen Mannschaftspunkt ab. Als einziger Spieler des Turniers holte Peter 9 Punkte und damit 100 Prozent, aber auch Sven (8) David (7,5) und Murat (5,5) landeten unter den Top 15 der Topscorer-Liste. Durch diesen unangefochtenen Turniersieg ist unsere erste Mannschaft gemeinsam mit Bad Homburg und Brett vorm Kopp für die Hessische Blitzmannschaftsmeisterschaft in Idstein qualifiziert. Herzlichen Glückwunsch!

FTV II (Jérôme d.M., Dominik, Uli E., Oli) ließ die anderen zweiten Mannschaften von Bad Homburg, Brett vorm Kopp und Matt im Park hinter sich und erkämpfte sich einen Platz in der oberen Tabellenhälfte – nur einen Mannschaftspunkt hinter Matt im Park I. Besonders stolz waren wir über unser 3:1 gegen den Titelverteidiger.

Jérôme verfügt über eine unter Schachspielern äußerst seltene Eigenschaft: Bescheidenheit. Da, wo andere mindestens um 200 Punkte besser spielen als ihre aktuelle DWZ, klagte er über seine ausgeprägte Blitzschwäche und gab sich mit dem ersten Brett der zweiten Mannschaft zufrieden, wo er aber mit 6 aus 9 zu einem Topscorer wurde.

Dominik am zweiten Brett war die zweijährige Schachpause deutlich anzumerken. Zum Missfallen von Uli gingen gegen Brett vorm Kopp II eine Gewinnstellung und damit auch zwei Mannschaftspunkte auf Zeit verloren. Nur in seinen Siegen gegen Volker Novak (2028) und Jürgen Schröder (2041) ließ er seine wahre Spielstärke aufblitzen.

Uli Euler überraschte alle (ausgenommen sich selbst) mit einer extrem starken Performance am dritten Brett und startete sensationell mit 3 Siegen (Uli: „300 Prozent!“) ins Turnier. Auch im weiteren Turnierverlauf spielte (und babbelte) er starke Gegner in Grund und Boden. Die vorsichtige Frage von Matt im Parks Bergit Brendel, ob denn hier jetzt „Babbel-Schach“ gespielt werde, wurde von Uli selbstbewusst und wahrheitsgemäß mit „Ja“ beantwortet. Am Ende konnte Euli 5,5 Punkte für sich verbuchen. Die Ausbeute wäre noch höher ausgefallen, hätte er nach dem Mattsetzen die Finger von der Figur gelassen, bevor der Gegner Zeit reklamiert. Bekanntlich geht Matt vor Zeit, aber der Zug gilt erst dann als ausgeführt, wenn der Spieler die Figur losgelassen hat. Nach lautstarker Aufregung über den Gegner (der in der Zeitnotphase Figuren umgeworfen und regelwidrig vor dem Wiederaufbau die Uhr gedrückt hatte) und dem Schiedsrichter, der ihm geduldig die Regeln erklärte, fand Euli ebenso lautstark wieder zu seiner gewohnt guten Laune zurück und sprach fortan nur noch von 6,5 aus 9“.

Am vierten Brett holte Oli 3 Punkte und sicherte damit den einen oder anderen Mannschaftspunkt. Dennoch kann er froh sein, dass Bennet wegen des Kadertrainings nicht dabei sein konnte, denn der hätte an Olis Endspieltechnik kein gutes Haar gelassen. Als fürsorgender Familienvater konnte Oli leider nicht gemeinsam mit dem Rest der zweiten Mannschaft den 5. Platz im KFC feiern und hat dadurch auch einige lustige Geschichten aus Eulis Arbeitsleben verpasst.

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