von Peter Ortinau

Nach unserem Erfolg gegen Vorjahressieger SF Frankfurt erwartete uns im Halbfinale mit Frankfurt Nord eine vermeintlich leichtere Aufgabe. Zumindest verzeichneten wir an allen Brettern erhebliche DWZ-Vorteile. Doch an diesem Abend sollte so ziemlich alles schief laufen.

Meine Partie begann ganz gut und nach ein paar ungenauen Eröffnungszügen des Gegners hatte ich die Möglichkeit eine Qualität zu gewinnen, wofür der Gegner allerdings etwas Aktivität bekommen sollte. Ich entschied mich für das Material und fand anschließend nicht immer den besten Verteidigungszug. Nach einem weiteren Opfer meines Gegners stand mein König völlig blank und als ich gerade dachte, die Stellung konsolidiert zu haben kam ein letzter starker Zwischenzug mit unabwendbarem (und leider sehr schönem) Mattbild: 0:1.

Meine Mitstreiter versuchten den Rückstand wieder reinzuholen: Thomas am vierten Brett vergab eine vielversprechende Stellung und hatte meines Erachtens Glück, am Ende noch ein ausgeglichenes Turmendspiel zu erreichen: 0,5:1,5.

Die größte Hoffnung hegte ich am ersten Brett: Jeromes Angriff bei heterogenen Rochaden wirkte wesentlich bedrohlicher als der des Gegners. Zumindest, bis Jerome die Dame gegen Turm und Läufer einstellte! Die Stellung war danach klar verloren, doch der Gegner nahm ein Remisangebot an in der Annahme, es stünde bereits 0:2… 1:2.

Somit waren wir immer noch im Rennen. Ein Sieg Grovers und wir stünden dank Berliner Wertung doch noch im Finale. Grover hatte eine Figur für Angriff geopfert und landete am Ende in einem skurrilen Endspiel: Springer + 5 Bauern gegen Läuferpaar + Randbauer. Verlieren konnte Grover dieses Endspiel nicht wirklich, aber gewinnen schien auch nicht leicht. In einem langen Endspiel gelang es schließlich dem Gegner, den Springer im richtigen Moment abzutauschen, so dass sein verbliebener Läufer alle Bauern von Grover blockieren konnte: 1,5:2,5.

Durch die sehr enttäuschende Niederlage haben wir die Qualifikation auf Hessenebene erstmals seit Jahren verpasst. Glückwunsch aber an unsere Gäste, die eine kämpferisch sehr starke Leistung geboten und sich somit das Finale redlich verdient haben!

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