**Hessenliga

FTV 1860 I - Kasseler SK 7:1**

von Ludger Brüggemann

Brett 1 Ludger (s) 1:0

Nachdem ich in einer Art Pirc mit weißem Lf4 das gegnerische Zentrum unterminieren konnte und starken Angriff am Damenflügel bekam, übersah ich eine einfache Abwicklung, die mir Riesenvorteil verschafft hätte. So kam mein Gegner zum Gegenangriff, und in einem haarsträubenden Finish mit gegenseitigem Mattangriff führte er zuerst den Mattzug aus. Dabei hatte er aber eine Kleinigkeit übersehen, denn der mattgebende Springer konnte wegen einer Fesselung gar nicht ziehen. So reklamierte ich zwei Minuten Zeitgutschrift, da ich in ziemlicher Zeitnot verkehrte. Das war für Hendrik als Oberschiedsrichter und Peter eine gute Übung, die Uhr zurückzustellen, was dann auch gelang. Es stellte sich aber heraus, dass ich diese Gutschrift gar nicht brauchte, denn mein Gegner konnte nun seinerseits seinen ins Freie gezerrten König nicht retten und gab auf.

Brett 2 Sven (w) 1:0

Sven stand ausgangs der Eröffnung schon positionell klar besser. Der Gegner suchte sein Heil in einem Springeropfer gegen zwei Bauern, verschlimmerte aber dadurch nur seine Lage und die Partie war bald vorbei.

Brett 3 Ingo (s) remis

Ingo hatte irgendwann einen Bauern gewonnen und nach meiner Einschätzung auch einigen Vorteil. Aber nach seinen Worten hat er dann falsch abgewickelt, so dass die gegnerischen Figuren zu einiger Aktivität gelangten. Am Ende mündete es in einem remislichen Doppelturmendspiel.

Brett 4 Michael (w) 1:0

Ein leichter Sieg für unseren Topscorer: Die Partie war eigentlich schon in der Eröffnung gelaufen. Denn Schwarz stellte seinen Läufer nach g4, so dass der typische weiße Läufereinschlag auf f7 nebst Se5 nicht nur einen Bauern gewann, sondern auch die schwarze Königsstellung schwer beschädigte. Der Rest war schwarze Agonie.

Brett 5 Murat (s) remis

Von dieser Partie habe ich nicht so viel mitbekommen, dass ich mir ein Urteil erlauben könnte. Aber Murat gehörte mal wieder zu den ausdauerndsten Spielern und konnte zum Schluss aufgrund des feststehenden hohen Sieges getrost Remis machen.

Brett 6 Jerome (w) 1:0

Auch hier habe ich irgendwann nur festgestellt: Jerome hat seinen Gegner überspielt und einen sicheren Sieg eingefahren.

Brett 7 Gerardo (s) 1:0

Gerardo kam positionell sehr gut aus der Eröffnung. In einem damenlosen Mittelspiel konnte er die Aktivität seiner Figuren so entfalten, dass schließlich ein klar gewonnenes Turmendspiel mit Mehrbauern entstand. Dieses führte er sicher zum Ziel.

Brett 8 Max (w) 1:0

Hier waren beide Gegner wohl vom aktuellen WM-Kampf inspiriert. Denn es kam im Sizilianer die Rossolimo-Variante mit 3. Lb5 g6 aufs Brett. Doch hier konnte Max mehr herausholen als Caruana, was natürlich auch am Gegner lag, der sich einschnüren ließ. Am Ende drang die weiße Dame siegbringend ins schwarze Lager ein.

**Landesklasse

FTV 1860 II - Sfr. Frankfurt 3,5:4,5**

von Peter Ortinau

Gegen die Sfr. Frankfurt starteten wir gemäß DWZ als klarer Außenseiter. Dennoch boten wir einen harten und langen Kampf, auch wenn sich die Niederlage schlussendlich nicht abwenden lies.

Wie schon gegen Bergwinkel in der Runde davor kamen wir recht gut aus der Eröffnungsphase. Peer überraschte seinen Gegner offenbar in der Eröffnung (mich auch!), hatte mit schwarz schnellen Ausgleich und lies den Ausgleich mit Bauerngewinn im 8. Zug auch schnell hinter sich. In der Folge stürmte der Gegner gegen Peers König mit großem Hurra, doch außer Abtausch in ein verlorenes Endspiel ergab sich nichts weiter: 1:0 für uns, die 5. Mannschaft hatte da gerade ihre Bretter abgeräumt.

Bao hatte mit schwarz gegen seinen 200-DWZ-Punkte stärkeren Gegner ein hartes Brot zu kauen. Die Partie war ein purer Verteidigungskampf, der mit schlechter Zeit Baos schließlich zur Niederlage führte: 1:1.

In meiner eigenen Partie kam ich nach einem ungenauen Zug meines Gegners in der Eröffnung schnell zu angenehmem Spiel mit den schwarzen Steinen. Im Mittelspiel stellte er dann eine Figur ein und schaltete danach in den vollständigen Opfermodus, so dass ich in der Spitze Turm und Qualität mehr besaß. 2:1.

Trotz dieser Führung nach 3 Schwarzpartien sah es für uns nicht gut aus und die Schachfreunde holten jetzt Punkt um Punkt. Jan erwischte es als Ersten, und er war danach ziemlich sauer auf sich selbst. Gegen seinen 150 DWZ-Punkte stärkeren Gegner stand er nach eigener Aussage ziemlich gut, ehe er in der Zeitnotphase im Endspiel ein Figurenopfer auf dem Königsflügel übersah. Durch das Opfer hatte Jan dann zwar eine Figur mehr, aber den enteilten gegnerischen Bauern auf dem Damenflügel konnte er nicht mehr einfangen: 2:2.

Nils musste als nächstes die Waffen strecken. Er unterschätzte ein Bauernopfer seines Gegners, wodurch dieser zu aktivem Spiel und in der Folge in ein Endspiel mit Turm gegen Springer kam. Und der Springer war beim Versuch einen Randbauer gegen den Turm aufzuhalten doch ziemlich überfordert: 2:3.

Während inzwischen bei allen anderen Mannschaften der Drops gelutscht war, war bei uns die Messe noch lange nicht gelesen. Günther bot seinem Gegner ein Remis an, das dieser aber gemäß Mannschaftsführer nicht annehmen sollte. Grover kämpfte am ersten Brett verbissen mit zwei Mehrbauern gegen eine Figur weniger im Endspiel, ähnlich wie bei der WM-Partie vor wenigen Tagen. Aber entweder verteidigte Magnus Carlsen sich besser als Grover (sind wir ehrlich, das ist kaum anzunehmen!) oder der Gegner spielte besser als Fabiano Caruana. Irgendwann fiel einer seiner Mehrbauern und dann war die Stellung nicht mehr zu halten: 2:4.

Leo spielte von allen die wohl vernünftigste Partie. Aus leichter Druckstellung ergab sich im Mittelspiel ein Bauerngewinn, den er im Leichtfigurenendspiel mit exaktem Spiel auch bis ins Ziel brachte. Das Figurenopfer des Gegners half nichts mehr, denn Leo konnte einen letzten Bauern auf dem Brett behalten, was den Sieg sicherte: 3:4.

Günther und sein Gegner hatten sich derweil weiter durch das Endspiel gequält. Identisch verteilte Bauern, der Gegner mit Springer und Läufer, Günther mit einem Turm. Vom Minusmaterial abgesehen kontrollierte der Läufer auch alle möglichen Angriffspunkte für Günthers Turm, so dass an ein 4:4 für uns nicht zu denken war. Angesichts des Spielstands war auch für die Schachfreunde ein Remis in Ordnung, so dass nach knapp 6 Stunden Spielzeit unsere knappe Niederlage amtlich wurde.

Nach der Niederlage liegen wir mit 4:2 Punkten weiterhin auf dem geteilten zweiten Platz, nächster Gegner ist die dritte Mannschaft von Oberursel.

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