Hessenliga

SC Brett vorm Kopp I – Frankfurter TV I 3:5

Zweiter Sieg im Frankfurter Stadtduell
von Amir Rezazadeh

Nach dem gelungenen Saisonauftakt in Mörlenbach stand für unsere Erste in der zweiten Runde das Frankfurter Duell gegen den SC Brett vorm Kopp an. Der Gegner hatte sein Heimrecht an uns abgegeben, sodass wir diesmal in vertrauter Umgebung antreten konnten. Brett vorm Kopp spielte dabei nicht ganz in Bestbesetzung: Die beiden ersten Spieler der Meldeliste fehlten, sodass die Mannschaft entsprechend aufrücken musste.

Dass es deshalb ein ruhiger Nachmittag werden würde, konnte man allerdings schon wenige Minuten vor Spielbeginn vergessen.

Kurz vor zwei waren bei uns nach Spielstärke noch drei Plätze leer. Amir und Murat kamen zum Glück noch rechtzeitig – nur von Gerardo Artola Pola fehlte weiterhin jede Spur. Draußen regnete es inzwischen kräftig, die Uhren wurden angestellt, und nachdem alle übrigen Spieler mit ihren eigenen Partien beschäftigt waren, konnten wir unseren achten Mann auch nicht mehr erreichen.

Die Minuten vergingen, Gerardos Platz blieb leer.

Sein Gegner Armin Worzelberger schien sich irgendwann mit einer längeren Wartezeit abgefunden zu haben. Er packte einen Roman aus und begann zu lesen, während auf der anderen Seite des Brettes die Uhr weiterlief. Auch bei uns stellte man sich langsam darauf ein, dass dieser Punkt wohl kampflos verloren gehen würde. Nach einer halben Stunde war noch immer niemand da. Nach vierzig Minuten ebenfalls nicht. Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wussten: Gerardo war längst unterwegs – nur leider zum falschen Spiellokal. Er hatte Hendriks Mail nicht genau genug gelesen und war zunächst zum eigentlichen Spiellokal von Brett vorm Kopp am Dornbusch gefahren. Dort dürfte ziemlich schnell klar geworden sein, dass etwas nicht stimmte. Also wieder aufs Motorrad und durch den Frankfurter Regen zum richtigen Spiellokal.

Nach 47 Minuten kam schließlich Bewegung in die Sache. Gerardo tauchte doch noch auf, stellte sein Motorrad ab und eilte an sein Brett. Für langes Ankommen blieb keine Zeit: hinsetzen, Figuren zurechtrücken – und mit 1.e4 ging es los.

Ausgerechnet die Partie, die wir wenige Minuten zuvor innerlich schon abgeschrieben hatten, sollte wenig später zu unseren Gunsten entschieden sein. Gerardo ließ sich weder von seinem erheblichen Zeitnachteil noch von der ungewöhnlichen Spielweise seines Gegners aus der Ruhe bringen. Schwarz verzichtete auf die Rochade und begann stattdessen mit …h5 und …h4 unmittelbar gegen den fianchettierten weißen König vorzugehen. Schnell entstand eine Stellung, in der auf beiden Flügeln etwas passierte und ein ruhiger Positionskampf kaum noch zu erwarten war. Während Schwarz seine Bauern am Königsflügel nach vorne schob, fand Gerardo auf der anderen Brettseite die besseren Ansatzpunkte. Er übernahm am Damenflügel die Initiative, seine Figuren kamen mit Tempo ins Spiel, und plötzlich ging alles erstaunlich schnell. Kaum hatte man sich daran gewöhnt, dass an Brett sieben überhaupt noch gespielt wurde, war die Partie bereits vorbei. Aus dem beinahe kampflosen 0:1 war ein voller Punkt für den FTV geworden.

An Brett acht sah es zunächst ebenfalls durchaus erfreulich aus. Ingo Rutkowski hatte mit Schwarz eine solide Stellung aufgebaut. Besonders seine beiden Läufer auf b7 und b8 zielten auf den geschwächten weißen Königsflügel und gaben der schwarzen Stellung einiges an Potenzial. In einem wichtigen Moment bot sich mit …Df3 die Möglichkeit, konkrete Drohungen gegen den weißen König aufzustellen. Ingo entschied sich jedoch für eine andere Fortsetzung. Danach änderte sich das Bild der Partie recht schnell. Die Initiative ging verloren, und nach einer weiteren Ungenauigkeit geriet Schwarz entscheidend ins Hintertreffen. Wenig später musste Ingo aufgeben.

Während an den hinteren Brettern also bereits einiges passiert war, entwickelte sich am Spitzenbrett eine Partie ganz anderer Art. Hans Wiechert hatte mit Weiß eine königsindische Stellung auf dem Brett und tauschte früh im Zentrum. Auffällig war dabei sein beträchtlicher Vorsprung auf der Uhr, der ihm erlaubte, die entstehende Stellung in Ruhe zu behandeln. Nach der langen Rochade wurde Weiß zunehmend aktiv. Hans gelang es, mit seinem Turm auf die siebte Reihe einzudringen und die schwarzen Figuren zu binden. Dazu kamen schöne Umgruppierungen, unter anderem mit Le7, um den Läufer in Richtung Damenflügel zu führen. Nach weiteren Abtäuschen entstand ein Endspiel mit Turm und Springer gegen Turm und Springer, in dem Hans einen Mehrbauern besaß. Besonders der schwarze Bauer auf b4 wurde nun zum dauerhaften Angriffsziel. Hans führte seinen König heran, erhöhte den Druck und konnte den Bauern schließlich erobern. Damit war die Partie praktisch entschieden. Hans ließ anschließend nichts mehr anbrennen und verwertete seinen Vorteil sicher zum vollen Punkt.

Bei Markus Kania kam mit Schwarz eine Pirc-Verteidigung aufs Brett. Nach einer eher harmlosen Fortsetzung des Weißspielers konnte Markus ohne größere Schwierigkeiten ausgleichen und sich eine komfortable Stellung erarbeiten. Vor allem am Damenflügel hatte Schwarz mehr Raum, und auch die Figuren standen harmonischer, sodass Markus durchaus auf etwas mehr hoffen konnte. Ein Remisangebot seines Gegners lehnte er in dieser Phase folgerichtig ab. Die schwarze Stellung war zwar nicht klar besser, bot aber genügend Möglichkeiten, die Partie ohne großes Risiko weiterzuspielen. Im weiteren Verlauf wurden jedoch mehrere Figuren getauscht. Damit verschwanden nach und nach die Ansatzpunkte am Damenflügel, und die Stellung verflachte zunehmend. Schließlich war für keine Seite mehr ein ernsthafter Fortschritt zu erkennen, und man einigte sich auf Remis.

Deutlich unübersichtlicher verlief die Partie von Amir Rezazadeh an Brett drei. Amir hatte Weiß und lehnte in der Eröffnung ein Bauernopfer seines Gegners ab. Das war materiell sicher, führte allerdings zunächst zu einer eher passiven weißen Stellung, während Schwarz aktives Figurenspiel erhielt. Im weiteren Verlauf schätzte Schwarz seine Möglichkeiten offenbar sehr optimistisch ein und opferte auf c5 einen Springer. Amir musste die angebotene Figur jedoch gar nicht nehmen. Stattdessen reagierte er mit axb5 am Damenflügel und stellte den Schwarzen damit vor neue Probleme. Nun wurde die Stellung zunehmend unübersichtlich, und mit knapper werdender Bedenkzeit wurde die Orientierung für beide Seiten nicht leichter. In dieser Phase hatte Amir eine bemerkenswerte taktische Möglichkeit: Mit einem Damenopfer auf d3 hätte Weiß in eine ausgeglichene Stellung abwickeln können. Diese Ressource blieb ungenutzt. Nach einer weiteren Ungenauigkeit verlor Weiß schließlich die Koordination seiner Figuren. Schwarz bekam entscheidenden Zugriff auf die Stellung und konnte die Partie für sich entscheiden. Für Amir ein bitterer Ausgang einer komplizierten Partie, in der sich das Geschehen lange nicht eindeutig einschätzen ließ.

Auch bei Murat Diyap war früh klar, dass es keine ruhige Positionspartie werden würde. Gegen den weißen Aufbau mit Sf3, c4 und b3 wählte Murat mit Schwarz eine anspruchsvolle Behandlung und suchte früh den Kontakt im Zentrum. Das gelang, auch wenn Weiß seinerseits energisch vorging. Mit h3 und g4 wurde Murats Läufer bis nach g6 zurückgedrängt. Optisch schien Weiß damit zunächst Raum und einige Tempi gewonnen zu haben. Dann kam ein Schach auf b4 – und plötzlich bekam die Stellung einen ganz anderen Charakter. Weiß musste auf die Rochade verzichten, der König blieb auf f1 zurück und wurde dort zum natürlichen Ziel des schwarzen Spiels. Besonders interessant war Murats Entscheidung nach dem Abtausch des Läufers auf g6: Statt wie üblich mit dem h-Bauern zurückzuschlagen, nahm er mit dem f-Bauern. Was auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkte, passte hervorragend zur Stellung. Schwarz öffnete Linien in Richtung des auf f1 gestrandeten Königs, die Figuren rückten nach und der Druck nahm Zug um Zug zu. Weiß fand keine Gelegenheit mehr, seinen König wirklich in Sicherheit zu bringen. Schließlich brach der schwarze Angriff durch und Murat holte den vollen Punkt.

Bei Sven Telljohann musste man etwas genauer auf das Brett schauen, um zu verstehen, was dort vor sich ging. Er hatte kein leichtes Spiel und musste im Verlauf der Partie improvisieren. Schließlich gab er die Dame gegen Turm und Leichtfigur und setzte dafür ganz auf die Aktivität seiner verbliebenen Figuren. Rein materiell sah das zunächst gewagt aus. Auf dem Brett entwickelte sich jedoch ein anderes Bild. Sven gelang es, tief in die gegnerische Stellung einzudringen. Seine Figuren wurden immer aktiver, während die gegnerischen Kräfte zunehmend gebunden waren und kaum noch vernünftige Felder fanden. Mit jedem Zug stieg der Druck, bis Sven schließlich den entscheidenden Schlag setzen konnte. Was zwischenzeitlich nach einer ausgesprochen schwierigen Aufgabe ausgesehen hatte, brachte er am Ende souverän zum Sieg.

Damit wurde die Mannschaftssituation zunehmend übersichtlicher. Bei Ludger Brüggemann war inzwischen ein Endspiel mit jeweils zwei Türmen, Läufern und Freibauern entstanden. Trotz des noch vorhandenen Materials hielt sich die Stellung im Gleichgewicht; beide Seiten hatten ihre Möglichkeiten, ohne dass sich ein klarer Weg zu einem Vorteil abzeichnete. Beim Zwischenstand von 3½:2½ für uns bot Weiß Remis an.

Nun musste Ludger nicht nur seine eigene Stellung beurteilen, sondern auch einen Blick auf das Spitzenbrett werfen. Dort hatte Hans seinen Vorteil inzwischen so weit gefestigt, dass eine Niederlage kaum noch vorstellbar war. Ludger nahm das Remis deshalb dankend an. Damit fehlte praktisch nur noch Hans' Punkt, um den Nachmittag endgültig zu entscheiden. Wenig später war auch seine Partie beendet. 5:3 für den Frankfurter TV.

Aus einem Mannschaftskampf, der mit einem leeren Stuhl und einer laufenden Uhr begonnen hatte, war damit der zweite Sieg im zweiten Saisonspiel geworden.

Der Mannschaftskampf

Brett

SC Brett vorm Kopp

Frankfurter TV

Ergebnis

1

Gergely Kiss (2158)

Hans Wiechert (2113)

0:1

2

Stephan Wendel (2136)

Markus Kania (2063)

½:½

3

Jan Koren (2092)

Amir Rezazadeh (2288)

1:0

4

Bernhard Kettler (2055)

Murat Diyap (2167)

0:1

5

Erhard Rüger (2034)

Sven Telljohann (2273)

0:1

6

Helmut Nimsch (1958)

Ludger Brüggemann (2108)

½:½

7

Armin Worzelberger (1886)

Gerardo Artola Pola (2050)

0:1

8

André Hinz (1922)

Ingo Rutkowski (2125)

1:0

 

 

Gesamt

3:5

 

Vier Siege durch Hans, Murat, Sven und Gerardo, dazu die beiden Remisen von Markus und Ludger, ergaben genau die fünf Brettpunkte. Amir und Ingo mussten sich diesmal geschlagen geben.

Nach zwei Runden

Auch auf den übrigen Brettern der Hessenliga gab es einige enge Begegnungen. Marburg gewann gegen Gernsheim mit 5:3 und blieb damit ebenso wie wir auch nach dem zweiten Spieltag ohne Verlustpunkt.

  Rang Mannschaft Sp MP BP
  1 SK Marburg 1 2 4 11,5
  2 Frankfurter TV 1 2 4 10,0
  3 SF Dettingen 1 2 2 8,5
  4 SK Gernsheim 1 2 2 8,0
  5 SC Fulda 1 2 2 7,5
  6 SVG Eppstein 1 2 2 7,5
  7 Freibauer Mörlenbach 1 2 1 7,0
  8 Wiesbadener SV 2 1 1 4,0
  9 SC Brett vorm Kopp 1 2 0 4,5
  10 SK Bad Homburg 1 1 0 3,5

Damit stehen nach zwei Runden Marburg und der FTV als einzige Mannschaften bei 4:0 Mannschaftspunkten. Marburg liegt aufgrund der höheren Zahl an Brettpunkten auf Rang eins, wir folgen mit 10 Brettpunkten unmittelbar dahinter. Für uns ist es ein gelungener Start in die neue Hessenliga-Saison: zweimal 5:3, zunächst in Mörlenbach und nun gegen Brett vorm Kopp. Während beim Auftakt vor allem einige taktische Momente für Gesprächsstoff auf der Rückfahrt sorgten, dürfte vom zweiten Spieltag vor allem eine andere Geschichte hängen bleiben.

Ein leerer Stuhl an Brett sieben. Eine laufende Uhr. Auf der anderen Seite ein Gegner, der irgendwann seinen Roman aufschlägt. Draußen Frankfurter Dauerregen. Und irgendwo in der Stadt Gerardo auf dem Motorrad – zunächst auf dem Weg zum falschen Spiellokal am Dornbusch. 47 Minuten nach Spielbeginn saß er schließlich doch am richtigen Brett. Und wenig später stand ausgerechnet dort 1:0 für uns.

Bezirksoberliga

Schachfreunde Frankfurt - FTV 1860 II 3:5

Sieg!
von Thomas Casagrande

Eigentlich stand der Wettkampf in der Bezirksoberliga am 20.09. für uns unter keinem guten Stern. Die erste Runde wurde verlegt, sodass die Mannschaft noch nicht zusammengespielt hatte. Bei der Vorbereitung der zweiten Runde hagelte es eine Reihe von Absagen von Stammspielerinnen und Stammspielern. Hendrik schrieb daraufhin eine Reihe von den Ersatzspielern gesondert an, um uns zu einem Einsatz zu ermuntern, damit die Aufstiegschancen nicht gleich am Anfang der Saison schon leichtfertig beerdigt werden würden.

Aber schon bei der Aufstellung vor Ort gab es weitere Probleme. Unser Mannschaftsführer Jan kam etwas zu spät, Ralph versuchte mehrmals vergeblich – immer wieder gestört durch unsere falschen Angaben und Ratschläge – die Meldekarte auszufüllen und Max W. sagte uns noch kurz vorher ab. (1:0) Unsere ganze Ratlosigkeit zeigte sich daran, dass wir nicht wussten, welches Brett wir nun freilassen sollten. Nur Leander kam auf den Gedanken, dass wir das erste Brett freilassen und nach hinten hätten durchrutschen können. Aber dazu war es schon zu spät. Die letzte vorhandene freie Meldekarte war geschrieben und wir wollten nicht noch mehr Durcheinander schaffen. So starteten wir hinter unseren zwei Spitzenbrettern Leander und Grover mit Alex und mir an den Brettern drei und vier. Das fünfte ließen wir frei und Ralph, Jan und Dominik folgten an den Brettern sechs bis acht. Niemand fiel auf, dass ich an fünf mit Weiß gespielt hätte und das sollte für uns fast noch zu einem Problem werden.

Insgesamt entwickelte sich ein zäher und harter Kampf. Soweit ich es richtig beobachtet habe – ich selbst musste mich hauptsächlich um meine eigene Stellung kümmern – kam Leander in einer schottischen Partie frühzeitig zu schönem Spiel. Dazu verbrauchte sein Gegner viel Zeit, sodass es hier gut für uns aussah. Grover spielte „orthodox“ mit Schwarz in einem Damengambit gegen Dr. Biller, einem Urgestein der Schachfreunde, der mich von früher – über 50 Jahre her – kennt und mich freudig als „alten Kämpfer“ begrüßte. Es war ein schönes Wiedersehen in dem wir uns gegenseitig ratlos die Frage stellten, warum wir uns den Stress einer Turnierpartie überhaupt noch antun. Alex erspielte sich mit Weiß souverän – ich glaube es war auch ein Damengambit – bald einen schönen Vorteil. Ich selbst steckte viel Zeit in die Eröffnung und erreichte in einer Tarrasch ähnlichen Struktur einen gedeckten Freibauer auf c4 und fühlte mich wohl. Ralph gelang es mit Schwarz lange den König seines Gegners in der Mitte festzuhalten und immer wieder von neuem taktische Drohungen aufzubauen. Jan hatte die weißen Steine und entschied sich frühzeitig für ein scharfes Angriffsspiel. Er verlor aber recht bald einen Bauern ohne Kompensation und kämpfte um den Ausgleich.

Ja, und Dominik am letzten Brett rührte einen Sumpf an, in dem er bald selbst zu versinken drohte. In der Mitte des Wettkampfs sah es also durchwachsen aus. Der Ausgang war völlig unklar, da wir einen Punkt kampflos abgegeben hatten und nur Alex deutlich besser oder gar schon auf Gewinn stand. Bei Jan und Dominik rechnete ich eher mit Niederlagen und Ralphs Partie konnte ich nicht richtig einschätzen. Hier schien mir jedes Ergebnis möglich. Zu diesem Zeitpunkt lag meine Hoffnung auf den ersten vier Brettern. Als erster gewann Alex seine Partie. Es war ihm gelungen eine Figur zu gewinnen, sodass sein Gegner chancenlos aufgeben musste. (1:1) Bald darauf überschritt ich in bereits verlorener Stellung die Zeit. Bis zum 18. Zug hatte ich einen leichten aber sicheren Vorteil herausgespielt, dann aber den Überblick verloren, mich in Angst vor der Zeitnot früh verheddert und nach einem groben Patzer keine Chance mehr auf ein Remis oder gar einen Sieg. (2:1)

Jan versuchte vergeblich den Minusbauern wettzumachen und musste ebenfalls bald aufgeben. (3:1) „Oje, Oje, mit dem Aufstieg wird es wohl nichts“, ging es mir bereits durch den Kopf, als sich die Waagschale in unsere Richtung zu neigen begann. Dominik zog seinen Gegner immer tiefer zu sich in den Sumpf und konnte bald genüsslich zusehen, wie der Schachfreund darin versank. (3:2) Leander spielte eine gnadenlos gute Partie. Er meinte zwar später, dass er zwischendrin einen Fehler gemacht habe, der ihn fast den gesamten Vorteil gekostet hätte, aber davon hat wohl sein Gegner nichts mitbekommen. Leander gewann eine Qualität, drang in die Stellung seines Gegners ein, der bald nicht mehr wusste was er ziehen sollte und dazu auch keine Zeit mehr auf der Uhr hatte. (3:3)

Inzwischen hatte Ralph stark seinen Angriff ausbauen und die Dame für Turm und Springer gewinnen können. In aussichtsloser Stellung versuchte sein Gegner sich noch zu verteidigen. Vergeblich! Gut gemacht Ralph! (3:4) Ja, und dann unser Grover. Wie hatte Sven Schellen einmal im Spaß nach einer Auslosung gerufen: „Oje, ich muss gegen den schrecklichen Grover spielen.“ Wie schrecklich es sein kann gegen Grover zu spielen, musste auch Dr. Biller erfahren. Es war Dr. Biller zwar bald nach der Eröffnung gelungen in einem etwas schlechteren Läuferendspiel zu landen und Remis anzubieten. Aber er kannte Grover nicht! Mich erinnert Grover in solchen Stellungen an den „Branchenführer“, den „GOAT Magnus Carlsen.“ Wenn der Gegner denkt, das ist doch Remis, fängt Grover an zu spielen. Gnadenlos! Ich habe das Ende der Partie nicht mehr mitbekommen, da ich zu diesem Zeitpunkt schon geflüchtet war. Aber Grover war wohl nicht aufzuhalten! (3:5) Sieg!

Na ja, nur noch eine kurze Bemerkung zu meiner Niederlage. Während ich letzte Saison schon gar nicht mehr spielen wollte, ließ mich diesmal die Niederlage kalt. Ich hatte auch nicht mehr verdient, habe aber fest vor, in einer der nächsten Runden noch einmal anzutreten und es besser zu machen! Grover sei mir ein Vorbild!

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