6. Spieltag

Hessenliga

FTV 1860 I - VSG 1880 Offenbach 4,5:3,5

von Paul Krzesinski

Mit etwas Glück erspielten wir im Mannschaftskampf, gegen die vermutlich 3. Garde der Offenbacher, zwei Mannschaftspunkte. Das Ergebnis war doch überraschend knapp angesichts der Tatsache, dass die Offenbacher mit 3 Ersatzspielern ankamen.

Peter spielte von Beginn an aggressive, schnappte sich einen Bauern und versuchte diesen mit allen Mitteln zu halten. Das gelang ihm bisweilen auch sehr gut. Die Damen wurden sehr schnell getauscht und beide Spieler tauschten fast den gesamten Damenflügel bevor die Figuren vom Köngisflügel ins Spiel kamen. Dann wurde Peter aber eine kleine Kombination, die mit einem Schach auf den unrochierten König anfing, zum Verhängnis. Er konnte plötzlich seinen Turm und Springer nicht entwickeln und musste eine Figur geben. Sein anschließender 50 Züge langer Kampf mit einer Figur weniger wurde leider auch nicht belohnt.

Ludger bemühte sich um einen Angriff gegen die moderne Verteidigung seines Gegners. Der Bauernsturm erreichte allerdings gerade mal die 5. Reihe wonach es kein einfaches Weiterkommen gab. Es folgte ein Figurengewusel nach dem Ludger aber eine Qualität gewinnen konnte nachdem er auf der anderen Seite des Brettes, auf der a-Linie, eingedrungen ist. Im weiteren Spielverlauf opferte er allerdings die Qualität wieder zurück um in ein Remises Endspiel überzuleiten und somit den entscheidenden halben Punkt zum Mannschaftssieg beizusteuern.

Ingo durfte sich gegen einen doppelfianchetto Aufbau im Engländer verteidigen. Doch offensichtlich hatte er eine bessere Vorstellung von den strategischen Ideen in der Stellung als sein Gegner, der etwas planlos wirkte. So gelang es Ingo nach Abtausch des Königsflügelläufers so viel Druck aufzubauen, dass sich sein Gegner genötigt sah die Qualität zu geben. Nach einem weiteren Bauerngewinn und Generalabtausch im Zentrum blieb Ingo mit einer Dame gegen Turm und Läufer. Nach unzähligen Manövern mit seiner Lady wurde der gegnerische König bald um den Finger gewickelt.

Murat tauschte im 4. Zug die Damen und spielte eine Variante mit symmetrischer Bauernstruktur die für beide Seiten völlig harmlos ist. Er blieb aber seiner Linie treu, tauschte regelmäßig weitere Figuren und Bauern. Gegen Ende gab es dann doch noch einen unsymmetrischen Bauerntausch, der beiden Seiten Freibauern bescherte. Im Stile der Partie wurden diese aber beidseitig eliminiert sodann sie die 7. Reihe erreichten. Das Remis war unausweichlich, als jedem nur noch ein Turm und zwei Randbauern blieben.

Ralph zeigte sich nicht so harmlos wie sein Brettnachbar. Wie Ingo verstand er die englischen Strukturen einfach besser als sein Gegner. Nachdem die Leichtfiguren vom Brett waren machte auch er seinen Gegner mit Damenmanövern verrückt. Das zeigte Wirkung, denn er gewann zuerst einen Bauern und drohte kurz darauf zur Dame einzuziehen. Eine Verteidigung fand sein Gegner da offenbar nicht mehr, opferte einen Turm in Ralphs Königsstellung und erfreute sich einfach an ein paar weiteren Zügen, bevor er aufgab.

Srgjan setzte von Beginn an auf aktives Figurenspiel. Er brachte seine Leichtfiguren schnell raus, setzte einen Springer ins Zentrum, fesselte einen gegnerischen Springer und brachte die Türme ins Spiel. Nachdem einige Figuren getauscht wurden blieb er mit zwei gegen einen Bauern am Damenflügel und zwei gegen drei Bauern am Königsflügel. Er bildete dann schnell einen Freibauern am Damenflügel und tauschte die Türme. Leider gingen nach dieser Aktion seine beiden Bauern am Königsflügel verloren. Er konnte zwar den Läufer seines Gegners gewinnen, blieb dann aber, mit Springer gegen drei verbundene Bauern, in einer aussichtslosen Lage.

Ich spielte eine recht statische Partie. Nach einer soliden Eröffnung und einem Springer gegen Läufer Tausch blieb ich zwar mit einem doppelten f-Bauer stehen, aber dafür waren jegliche Bauernvorstöße oder Durchbrüche unterbunden. Durch eine Mattdrohung nötigte ich meinen Gegner zu einem rückständigen Bauern. Im folgenden konnte ich obendrein noch einen traumhaften Springer im Zentraum installieren. Leider tauschte ich diesen bomben Springer gegen den schlechtesten denkbaren Läufer. Auch wenn ich vor dem Tausch noch dachte es wäre so einfacher den rückständigen Bauern zu gewinnen, musste ich mich nach reichlichem Lavieren vom Gegenteil überzeugen. Das Remisangebot meines Gegners kam taktisch geschickt zu einer Zeit als ich mit der Annahme fast zeitgleich mit Ludger den Mannschaftssieg sichern konnte.

In Michis Partie spielte eigentlich nur einer. Er wählte eine Variante in der keiner von uns jemals verloren hatte und wir bis heute nicht verstehen warum sich die Schwarz-Spieler das antun. Michi startete einfach mit seinen Bauern am Damenflügel und hielt erst an, als die Bauern drohten über den Brettrand zu fallen. Das Resultat war letztendlich nicht nur Materialgewinn sondern auch eine völlig einseitige Partie.

Bezirksoberliga

FTV 1860 II - SV Oberursel III 6:2

von Uli Fischer

Auf dem Sofa liegend hatte unsere Zweite Mannschaft am vergangenen 5. Spieltag einen riesigen Schritt Richtung Aufstieg in die Landesklasse machen können. Während wir selbst spielfrei hatten, da Makkabi seine Mannschaft zurückgezogen hatte, musste unser direkter Aufstiegskonkurrent aus Bad Nauheim unerwartet beim bisherigen Tabellenletzten Bergen-Enkheim eine Niederlage einstecken. Die hervorragende Ausgangsposition von zwei Mannschaftspunkten und vielen Brettpunkten Vorsprung galt es somit an diesem Spieltag zu verteidigen.

Oberursel konnte krankheitsbedingt nur mit sieben Leuten antreten, weswegen ich zu meinem leichtesten Sieg in dieser Saison kam. Außerdem siegten Corinna, Leo, Mario und unser Ex-Pirat Dominik, der am achten Brett den dicksten Brocken serviert bekam. Max und Holger steuerten jeweils einen halben Punkt bei.

Das nächste Spiel steht bereits in zwei Wochen aus, es ist die weite Auswärtsfahrt nach Eschbach.

 

Bezirksliga

FTV 1860 III - Niederräder TG  7:1

von Günther Reinhold

Die erste Entscheidung fiel an Roberts Brett. Hier war die Stellung ziemlich schnell vereinfacht worden und Roberts Gegner „drohte“ Remis durch Zugwiederholung. Robert hätte der Wiederholung zwar ausweichen können, aber da die Stellung ausgeglichen schien und wir an den meisten Brettern schon ganz gut standen, war das Remis okay.

Bald folgten Siege an den Brettern von Aleks, Jan und Joshua. Das Spiel von Aleks konnte ich nicht verfolgen, jedenfalls hatte er schon früh eine Qualität nebst einem Bauern gewonnen. Jan hatte sich in einem offenen Spiel mit Weiß aktiv aufgebaut. Seine Gegnerin musste zunächst einen isolierten Doppelbauern hinnehmen, wurde an der Rochade gehindert und konnte schließlich den Angriff auf ihren König nicht mehr abwehren. Joshua hatte in einer geschlossenen Eröffnung mit Weiß gutes Spiel gegen den lang rochierten König und die schlechter postierten Figuren seines Gegners erreicht,  was ihm eine Mehrfigur und schließlich den Sieg einbrachte.

Bei meinem eigenen Spiel entstand durch eine Zugumstellung eine Nebenvariante des Drachensystems, in welcher beide Seiten kurz rochiert haben. Ich versuchte mit Weiß am Königsflügel vorzugehen, mein Gegner probierte sein Heil am Damenflügel. Längere Zeit schien die Stellung ausgeglichen, jedoch schwächte mein Gegner unnötigerweise seine Bauernstellung, so dass ich durch eine Abwicklung einen Bauern gewinnen konnte und auch die bessere Endspielposition bekam. Allerdings waren außer Bauern noch je 2Türme plus Springer auf dem Brett, also noch Potential für taktische Tricks. Nach einem etwas schwächeren Zug meines Turms fand mein Gegner einen taktischen Springerzug, mit dem er scheinbar Rückgewinn des Bauern oder Zugwiederholung drohte und somit Remis anbot. Ich fand am Brett nicht den einzigen Zug, der den Vorteil festgehalten hätte (den zeigt mir erst mein Computer), und nahm das Remis an.

Mit 4 Punkten schien der Mannschaftssieg nun fast sicher, da die drei noch laufenden Partien recht gut für uns aussahen. Hazim hatte gegen eine geschlossene Eröffnung von Weiß einen Igelaufbau errichtet. Die Stellung schien zunächst auf beiden Seiten solide, aber allmählich wurde das Spiel kompliziert. Beide Seiten versuchten, den anderen König anzugreifen. Hazims Gegner bedrohte das Feld g7 vor dem schwarzen König mit Bauer und Dame, das Matt wurde aber noch vom weißen Springer verhindert, der auf g7 stand. Umgekehrt drohten Hazims Dame und Turm den ziemlich schutzlosen weißen König auf der 1. oder 2. Reihe mattzusetzen. Nach dem Abzug des Springer von g7 wollte Hazims Gegner nun mattsetzen, musste dann aber erkennen, das er selbst „zuerst“ mattgesetzt wird.

Unsere Gegner wollten nun schon am liebsten zur Übertragung des Handballendspiels, aber die zwei restlichen Partien sollten nicht Remis werden…

Bao hatte schon relativ früh in einer beidseitig soliden Stellung ein Remisangebot erhalten, entschied sich aber dazu, weiterzuspielen. Er erreichte bei gleichem Material nach und nach immer größeren Raumvorteil. In einem Endspiel mit je zwei Leichtfiguren konnte schließlich sein König unaufhaltsam in die gegnerische Stellung eindringen und spielentscheidenden Figurentausch erzwingen.

Leons Spiel war für die Zuschauer wahrscheinlich das interessanteste. Gegen Ende der Eröffnung hatte er mit Schwarz durch eine kleine Taktik einen Bauern gewonnen, dem bald ein zweiter folgte. Danach schien der Sieg nur noch eine Formsache zu sein, denn Leon begann nun den weißen König anzugreifen. Anstatt sich jedoch passiv zu verteidigen, stellte sein Gegner plötzlich selbst Drohungen gegen Leons König auf, der ziemlich schutzlos im eigenen Lager verblieben war, während der weiße König eine notdürftige Zuflucht gefunden hatte. Zumindest sah es zeitweilig nach einem Dauerschach oder gar Mattangriff für Weiß aus. Irgendwie gelang es Leon aber, die Drohungen abzuschütteln und die Damen zu tauschen. Danach war das Endspiel mit zwei Mehrbauern (T+L gegen T+S) aber noch lange nicht gewonnen, denn der Gegner hatte einen starken Freibauern, der sich auf der e-Linie nach vorn bewegte. Um diesen Bauern zu stoppen, musste Leon zwei andere Bauern geben. Nun drohte Weiß die Oberhand zu bekommen, vielleicht war die Stellung auch zu halten – da aber stellte Weiß in einem Blackout seinen Springer ein und gab auf, ohne den Gegenzug abzuwarten.

 

Bezirksklasse

FTV 1860 IV - Oberusel IV  3:5

von Hendrik Raab

Gegen die vierte Mannschaft aus Oberursel trugen wir am Wochenende eine klare Niederlage davon, klarer als es das Ergebnis zum Ausdruck bringt. In erster Linie bemerkenswert verbleibt der Sieg von Jerôme an Brett 2 in Erinnerung. An den ersten beiden Brettern war Oberursel klar favorisiert. Während ich selbst am Spitzenbrett mit Schwarz zwar mit vollkommenem Ausgleich aus der Eröffnung kam, dann aber im Mittelspiel (überflüssigerweise) eine Kombination übersah, die ich eigentlich sehen müsste, profitierte Jerôme bereits in der Eröffnung von einem Figureneinsteller seins Gegners. Dies kostete zwar zwei Bauern, doch die Stellung sah nun wirklich gut aus - und Jerôme verwandelte sie souverän.

An den Brettern 4 bis 8 versprach die Ausgangsbasis relativ spannende Spiele, die Paarungen erschienen nominell recht ausgeglichen. Doch an diesem Tag wollte einfach nichts klappen, sämtliche Spiele gingen verloren. Weder Joris, noch Sarah, noch Camille noch Firas wirkten auch nur ansatzweise zufrieden. Alleine Léo an Brett 6 trug einen Sieg davon, war aber dennoch der Unglücklichste von allen, gewann er doch zum wiederholten Male durch Freilos.

Einen positiven Schlusspunkt setzte unser Neuzugang Josip an Brett 3, der zwar seine liebe Mühe hatte, den Oberurseler Jugendspieler aus dem Hessen-Kader im Zaum zu halten, in der Zeitnot seines Gegners jedoch seine größere Erfahrung ausspielen konnte - und so (nach eigenen Angaben glücklich) gewann.

 

Kreisliga

FTV 1860 V - Oberusel V  2:4

von Hendrik Raab

Auch in der Kreisliga waren wir gegen Oberursel dieses Mal weitgehend chancenlos. Recht schnell ging Bennets Partie an Brett 2 verloren. Bennet erzählte mir im Anschluss, dass er bereits zu Hause für die Eröffnung ein Opfer vorbereitet habe, dieses dann aber nicht spielen konnte. (Sein Papa meinte hingegen, er habe im Vorfeld der Partie alles daran gesetzt, dieses ihm sehr verdächtig erscheinende Opfer Bennet wieder auszureden). Wie auch immer, Bennet fand eine andere Opfermöglichkeit - doch hatte er hierbei sich selbst in seinen Gedanken wohl zweimal hintereinander ziehen lassen, so dass er vom Zug seines Gegners kalt erwischt wurde. Wenn ich das alles so richtig verstanden habe... ;-) In jedem Fall war dieser frühe Materialnachteil nicht mehr aufzuholen. Vollkommen erstaunt wie geschockt sprach mich ein Altersgenosse von Bennet aus Oberursel an, er habe diesen zum ersten Mal überhaupt verlieren sehen.

Bei Klaus Partie an Brett 1 habe ich den Punkt verpasst, an dem er in Nachteil geriet, in jedem Fall verwertete sein Gegner den materiellen Bauernvorteil scheinbar ohne noch einmal in die Bredouille zu kommen. Auch Claudia konnte in einer traditionsreichen Partie (ein bekannter Gegner) leider keinen Stich machen, Nachteile aus der Eröffnung heraus waren nicht wieder zu kompensieren. Paul M. spielte seine erste lange Partie überhaupt. Kurz vor Spielbeginn noch von Joris in die wichtigsten Details eingewiesen, beispielsweise die Notation, ließ sich die Partie zunächst gut an. Doch auch hier bedeutete ein Verlust mehrerer Bauern den Garaus.

Eine besonderen Erwähnung verdient Ollies Partie an Brett 3. In einer wahren Marathon-Partie (ich kann mich direkt an keine mit mehr Zügen erinnern) rang er seinen jugendlichen Gegner nieder. Irgendwann im Mittelspiel gelang es Ollie die Dame seines Gegners zu gewinnen, gegen Turm und Leichtfigur. Die Bauernverteilung schwankte, im Endspiel verfügte Ollie dann noch über einen Freibauern und die Dame, sein Gegner über Turm, Leichtfigur und zwei verbundene Freibauern. Alle Feibauern beider Parteien drohten wechselnd das Einziehen. Olllie versuchte alles um seinen Gegner hieran zu hinern, mit vielen Schachgeboten oder Kontrolle der Einzugsfelder. Ein Dauerschach schien die einzige Rettung, irgendwie gelang es Ollie dann aber, seinen Bauern einen Zug vor seinem Gegner einzuziehen, so dass nun also zwei weitere Damen, eine weiße und eine schwarze, auf dem Brett erschienen. Mit seinen eigenen beiden Damen ließ Ollie seinem Gegner nun nicht mehr zur Ruhe kommen und setzte in mehreren Zügen Matt. Zum Entsetzen seines Sohnes, der als Zuschauer kaum an sich halten konnte, als sein Papa ein einzügiges Matt übersehen haben soll, so schliderte Bennet es jedenfalls im Anschluss.

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