Frauen-Hessenliga
FTV 1860 II - SK Gießen 0:4
von Verena Klees
Am heutigen Samstag empfingen wir bei uns in Frankfurt die Spielerinnen aus Gießen.
In Felicitas' Partie an Brett 4 sah sie sich ungeahnten DWZ-Höhen gegenüber, denn die Gießener Ersatzspielerin Sofiia Viliip hat über 2000 DWZ! Felicitas kam jedoch zunächst gut in die Partie, die erstmal ausgeglichen schien. Jedoch harmonierte das Zusammenspiel der Figuren auf Gießener Seite besser, was im Mittelspiel dann zum Tragen kommen sollte, so dass Felicitas durch eine Taktik einen Springer verlor. Im weiteren Verlauf brachte Sofiia Villip ihr Figurenübergewicht und den Stellungsvorteil dann äußerst geschickt zum Einsatz und stellte ihre Spielstärke unter Beweis, indem sie geduldig letzlich erdrückende Drohungen aufbaute. So musste Felicitas sich letzten Endes geschlagen geben.
0:1 gegen uns
Ich spielte an Brett 2 gegen die Deutsche Meisterin der U8 und Bezirksmeisterin U10 Zarema Sydykova. Auch hier starteten wir in eine zunächst ausgeglichene Partie. Ab Zug 15 nahmen die strategischen Vorteile auf Zaremas Seite jedoch immer weiter zu und sie erlaubte sich keinerlei Fehler. So stand nach ein paar Abtäuschen letzlich ein Mehrbauer bei ihr zu Buche, mit dem wir in Richtung Endspiel gingen. Auch hier agierte Zarema unbeirrt und konnte letzlich ihren Vorteil in einen Sieg verwandeln, nachdem ich dem Abtausch unserer Türme nicht mehr aus dem Weg gehen konnte. Ich brachte im Endeffekt gutes Schach aufs Brett und der Rechner bescheinigt mir gute Genauigkeitswerte, aber Zarema war das entscheidende Stück besser und bewies, dass mit ihr noch zu rechnen sein wird.
0:2 gegen uns
Bei Katrin an Brett 3 lief es nach einem Leichtfigurengewinn in der Eröffnung vielversprechend, wobei sich nach einem Qualitätsverlust die Lage wieder einigermaßen egalisierte und die Lage mit so ungleichem Material etwas undurchsichtig war. Jedoch konnte Katrin später deutlich den König ihrer Gegnerin in Bedrängnis bringen. Dann aber übersah sie eine Bauern-Gabel, durch die sie einen Springer verlor. Sie verteidigte die gegnerischen Bauern noch mit Mann und Maus mit inzwischen einem Springer gegen einen Turm, musste sich aber am Ende doch geschlagen geben.
0:3 gegen uns
Luisa spielte an Brett 1 die letzte noch verbleibende Partie. Gegen ihre nominell stärkere Gegnerin kam sie dabei in ein erfreulich ausgeglichenes Spiel, in dem es einige taktische Verwicklungen gab. Ein Freibauer auf Seiten der Gießener Gegnerin wirkte dann etwas bedrohlich, konnte aber zunächst gut verteidigt werden. Das Spiel entwickelte sich zum Ende hin dann zu einem wahren Zeitnot-Krimi und beide Spielerinnen lebten am Ende quasi nur noch vom Inkrement. Unter diesem Druck gelang es Luisa dann nicht mehr, früh genug den rettenden Zug zu finden, mit dem der Freibauer selbst bei einem erzwungenen Abtausch noch hätte aufgehalten werden können. Dass Luisa dann in höchster Zeitnot und mangels eines Zuges, der die Stellung halten würde, noch ihren Turm einstellte, ist daher eher nur noch als Randnotiz zu sehen.
Im Endeffekt steht damit ein 0:4 gegen uns zu Buche, welches jedoch deutlicher klingt, als es war. Dennoch waren unsere Gegnerinnen an diesem Spieltag den entscheidenden Deut besser, so dass sie dieses Ergebnis letztlich verdient einfuhren.

Luisa (rechts) in ihrem Endspiel-Krimi