Hessenliga

Schachforum Darmstadt - FTV I 3,5:4,5

von Ludger Brüggemann

1) Sven (w) remis
2) Amir (s) remis
3) Ludger (w) 1:0
4) Murat (s) remis
5) Markus (w) remis
6) Gerardo (s) remis
7) Marc (w) remis
8) Peter (s) remis

Mit diesem knappen Sieg haben wir endgültig mit vier Punkten Vorsprung auf Platz 10 den Klassenerhalt gesichert. Denn trotz der Reduzierung der Hessenliga von 12 auf 10 Mannschaften gibt es nur drei Absteiger, weil aus der Oberliga (deren Saison schon beendet ist) kein hessischer Vertreter herunterkommt.
Eppstein und Darmstadt sind schon sicher abgestiegen, während Oberursel 2 im Fernduell mit Brett vorm Kopp diese noch überholen könnte.
An der Spitze liegt Hofheim zwei Punkte vor Wolfhagen 3, muss aber in der letzten Runde gegen Marburg mindestens einen Punkt holen, um sicher aufzusteigen. Es bleibt also oben und unten noch spannend.

Vielleicht ist es ja ein gutes Omen für einen Mannschaftskampf, wenn wir, wie jetzt schon zum zweiten Mal, eine Viertelstunde vor Spielbeginn im Spiellokal angekommen sind. So entspannt, wie der Start war, gestalteten sich zwar nicht alle Partien, aber die meisten Unentschieden kamen aus einer Position der Stärke zustande.
Amir und Sven hatten kurzfristig vor Ort noch einen Bretttausch vereinbart. Das hat sich insofern ausgezahlt, dass beide ihre Gegner bis ins Endspiel unter Druck setzen konnten. Amir ging mit einem Mehrbauern ins Endspiel Turm/Springer gegen Turm/Läufer, doch leider konnte sein Gegner mit seinen aktiven Figuren genug Gegenspiel entwickeln, so dass Amir sich ins Remis fügen musste.
Auch Sven versuchte noch, die gegnerischen Bauernschwächen auszunutzen, ein gewinnbringender Vorteil sprang aber nicht heraus.
Als unsere beiden Spitzenbretter die Punkte teilten, war aber der Mannschaftskampf quasi schon entschieden, denn ich konnte eine wechselhafte Partie mit einem Mattangriff entscheiden. In einem geschlossenen Sizilianer hatte mein Gegner laut Fritz zuerst leichten Vorteil bis -0,7, und mir war auch nicht ganz wohl in der Stellung. Doch dann forcierte sich die Partie, nachdem mein Gegner das Opfer meines Zentralbauern e5 annahm und sich dadurch Linien und Diagonalen für meine Läufer und Türme öffneten. Am Ende war es ein offener Schlagabtausch, als beide schwarze Türme auf meiner zweiten Reihe einfallen konnten. Ich hatte aber berechnet, dass mein Überfall auf den schwarzen König schneller durchdringt. Und endlich hatten meine Berechnungen mal kein Loch und ich konnte matt setzen.
Das war mir natürlich eine große Freude, nach einer bisher sehr schlechten Saison für den entscheidenden Punkt in diesem so wichtigen Mannschaftskampf zu sorgen. Vorher hatten Murat, Gerardo und Marc remisiert.
Murat hatte zuerst noch ein Remisangebot nach vier oder fünf Zügen abgelehnt, beim zweiten Angebot ein paar Züge später habe ich ihm als MF aber freie Hand gelassen, denn er stand m.E. schon ein wenig unangenehm.
Gerardo blitzte eine Variante der Pirc-Verteidigung herunter und ich dachte schon, da würde ein bisschen Vorteil herausspringen. Er klärte mich aber hinterher auf, dass das eine lang ausanalysierte Remisvariante sei. Der Bedenkzeitverbrauch seines Gegners deutete darauf hin, dass er sich hier nicht auskannte. Trotzdem hat er wohl korrekt gespielt, und so landete man in einem remislichen Turmendspiel.
Marc hatte sich eine schöne Druckstellung erarbeitet, aus der ein Mehrbauer resultierte. Leider konnte sich sein Gegner dann doch befreien und den Bauern zurückgewinnen mit baldigem Remisschlusss.
Zum Schluss kämpften noch Peter und Markus.
Peter hatte es geschafft, seinen Kopf aus der Schlinge der weißen Druckstellung zu ziehen, indem er geschickt den Damentausch erzwang und im entstehenden Turmendspiel die Bauern so zu reduzieren konnte, dass nur noch am Königsflügel Bauern verblieben und sein Minusbauer keine Bedeutung mehr hatte. Das elementare Turrmendspiel schaukelte er dann sicher zum Remis nach Hause.
Dann blieb noch Markus an Brett 5 übrig, der ca. zwei Stunden vorher ein Remisangebot abgelehnt hatte, jetzt aber letzte gegnerische Gewinnversuche im Endspiel abwehren musste. Das war aber nicht schwer, denn bei gleichfarbigen Läufern war eine Blockadestellung entstanden, in der ein Eindringen nicht mehr möglich war. So fügte sich der Darmstädter in dieses Remis, wass für uns den Klassenerhalt und für Darmstadt den Abstieg bedeutete.

In der letzten Runde spielen wir nocch zu Hause gegen Bad Homburg. Theoretisch könnten wir mit einem Sieg sogar noch auf Platz 5 hüpfen.

Vorheriger Beitrag