Hessenliga

SF Dettingen I - FTV I 3:5

von Ludger Brüggemann

  1. Amir (w) 0:1
  2. Ludger(s) 0:1
  3. Sven (w) 1:0
  4. Michael (s) 1:0
  5. Markus (w) 1:0
  6. Gerardo (s) 1:0
  7. Marc (w) remis
  8. Ingo (s) remis

Das waren mal wieder zwei wertvolle Punkte gegen den Abstieg. Die Vorzeichen waren schon bei der Anreise gut: wann kam es schon mal vor, dass bei einem Auswärtsspiel fast die komplette Mannschaft, nämlich sieben Spieler, schon eine Viertelstunde vor Spielbeginn ganz entspannt am Spiellokal versammelt war?

Und so entspannt startete auch der Wettkampf. Nach den Eröffnungen musste man sich noch an keinem Brett Sorgen machen. Aber einige standen schon sehr gut. Markus machte Druck im Zentrum und am Damenflügel, Michael hatte mit seinem Läuferpaar angenehmes Spiel und Sven hatte einen Mehrbauern ohne gegnerische Kompensation.

An Gerardos Brett entwickelte sich eine dynamische Partie, als sein Gegner einen Bauern bis e6 vorschieben konnte und mit der Dame auf h4 und dem Springer auf g5 ein bedrohliches Szenario aufbaute. Das war aber nur ein Luftschloss, Gerardo hatte die Stellung richtig eingeschätzt und konnte mit einem coolen Konter die Initiative an sich reißen und die Partie sicher gewinnen.

In der Zwischenzeit waren die Partien an Brett 7 und 8 verflacht. Marcs Gegner willigte ins Remis ein, obwohl er vielleicht im Dame-/Turmendspiel noch ein wenig bohren konnte. Und Ingos Partie hatte ich zwar im Mittelspiel als leicht vorteilhaft angesehen, dann spielte er bei der Abwicklung ins Endspiel wohl nicht genau genug, und so war auch hier das Remis die logische Folge.

Markus hatte den Druck weiter verstärkt, und so war Materialgewinn und der schnelle Zusammenbruch der schwarzen Stellung die Folge. Ein souveräner Sieg!

Währenddessen hatte ich selbst meine Stellung in einer sizilianischen Richter-Rauser-Variante mit zu optimistischen Bauernvorstößen misshandelt. Zwar schöpfte ich in beiderseitiger Zeitnot noch mal Hoffnung, im Trüben fischen und Mattdrohungen aufstellen zu können. Mehrere Züge lang lebten wir beide nur noch vom 30-Sekunden-Bonus, aber mein Gegner ließ nichts mehr anbrennen, behielt die Übersicht und brachte den Punkt sicher nach Hause.

Nun führten wir 3:2, und es liefen noch drei Partien. Amirs Partie hatte ich die ganze Zeit als ausgeglichen mit leichten Vorteilen für ihn eingeschätzt. Nun, im Läuferendspiel, wirkten die schwarzen Freibauern plötzlich ziemlich bedrohlich.

Aber zum Glück hatten wir an diesem Spieltag eine sehr starke Mittelachse: Sven brachte seinen Vorteil im Endspiel sicher nach Hause, und auch Michael konnte sich im Endspiel durchsetzen. Vielleicht hätte sein Gegner zwischendurch das Endspiel zäher verteidigen können, aber letztendlich war es ein stark herausgespielter Sieg. Nur die gegnerische Aufgabe kam (zu) spät. Als er elementar im Bauernendspiel auf Verlust stand, gönnte sich Michis Gegner eine Auszeit, stand auf und schaute sich minutenlang die Stellung am ersten Brett an. So was macht man einfach nicht!

Damit war der Mannschaftssieg gesichert. Leider zogen die schwarzen Wolken am ersten Brett in Form der schwarzen Freibauern immer bedrohlicher auf, und so musste Amir doch noch eine unerwartete Niederlage einstecken.

In der nächsten Runde spielen wir gegen Darmstadt, einen Abstiegskonkurrenten aus dem Tabellenkeller, müssen aber gewarnt sein, denn sie haben gerade überraschend gegen Marburg gewonnen.

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